Sport : Baumanns Verdacht bestätigt sich bei einer dritten Tube nicht

Die dritte verdächtige Tube in der Zahnpasta-Affäre um Dieter Baumann war nicht manipuliert. Das erklärte der Anwalt des wegen Dopingverdachts suspendierten 5000-Meter-Olympiasiegers, Michael Lehnert: "In der Tube ist nichts gefunden worden. Dieter Baumann war übernervös, als er sie abgab." Der die kriminalpolizeilichen Ermittlungen leitende Oberstaatsanwalt Hans Ellinger bestätigte die Lehnert-Aussage: "Ich habe zwar kein schriftliches Ergebnis vorliegen, aber es gibt keinen Anhaltspunkt, der auf neue Erkenntnisse hindeutet." Baumann hatte die Zahncreme Mitte Januar nach einem Trainingslager in Portugal abgegeben. "Das war eine Panikreaktion", erklärte der Olympiasieger.

Wie die Kripo feststellte, war die dritte Tube erst Anfang Dezember von Baumann gekauft worden, also deutlich nach den positiven Dopingproben vom 19. Oktober und 12. November. Baumann beschuldigt einen Dritten, die zwei Zahnpasta-Tuben aus seinem Besitz manipuliert zu haben. Deshalb hatte er Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

In ihrer Verteidigungsstrategie schwenken Baumann und sein Anwalt offenbar immer stärker auf die juristische Schiene um. "In Richterkreisen hat es in den letzten Wochen zahlreiche Diskussionen gegeben, in denen auch die Krabbe-Urteile zur Sprache kamen. Keiner meint mehr ernsthaft, dass die Beweislast-Umkehr noch rechtlich haltbar wäre", sagte Lehner. Baumann, der nach gängiger Sportgerichtsbarkeits-Praxis seine Unschuld beweisen muss, um einer Bestrafung zu entgehen, erhielt zuletzt Rückendeckung vom DLV-Athletenbeauftragten Steffen Brand: "Der DLV darf sich nicht mit positiven Dopingproben begnügen und auf die Beweislast des Athleten verweisen" Baumann glaubt, dass er den angeblichen Täter finden werde. "Das ist wie bei jedem Lebensmittelvergifter - eines Tages prahlt er damit."

Derweil ist das bereits für vergangene Woche angekündigte Gutachten des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IMBP) noch nicht bei der Staatsanwaltschaft eingetroffen. Dieter Baumann erhofft sich davon den Nachweis, dass die verbotene Substanz über die Mundschleimhaut in den Körper gelangt ist.

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