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Bayer gegen Bayern : Eine Null, wenig Freude

Die Bayern haben sich nach der Unruhe der jüngsten Tage nicht absetzen können. Im Spiel bei Bayer Leverkusen gibt es keine Tore.

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Hohe Kunst Leverkusens Karim Bellarabi (l.), Leverkusens Christoph Kramer (M.) und Münchens David Alaba kämpfen um den Ball.
Hohe Kunst Leverkusens Karim Bellarabi (l.), Leverkusens Christoph Kramer (M.) und Münchens David Alaba kämpfen um den Ball.Foto: dpa/Güttler

Pep Guaordiola sah sehr angestrengt aus, als er am Samstag über das 0:0 seiner Bayern in Leverkusen sprach. Der Gegner habe das gut gemacht, raunte der spanische Trainer mit stark gerunzelter Stirn. „In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme, wir haben es nicht geschafft, Pässe zu spielen“, fuhr er auf der Pressekonferenz fort. „In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht, da war ich ganz zufrieden.“ Und er schaute nach unten, es lag Trotz in seinem Blick.
Vermutlich dachte Guardiola daran, dass nach dem torlosen Remis weiter davon gesprochen werden dürfte, München mache eine Art von Schwächephase durch; was ja in Mode gekommen ist, seit vor Weihnachten bekannt wurde, dass Guardiola die Bayern verlassen und in der nächsten Saison bei Manchester City anheuern wird.
In Leverkusen war von einer Bayern-Krise allerdings nichts zu sehen. Die Münchner trafen auf eine von Bayer-Trainer Roger Schmidt taktisch gut eingestellte Eelf, Guardiolas Profis arbeiteten sich in ihre Aufgabe hinein und hatten am Ende genug Chancen, das Spiel zu gewinnen. Und da Dortmund in Berlin ebenfalls 0:0 spielte, sind die Münchner immer mit acht Punkten Vorsprung Tabellenführer.
Aber daran dachte Guardiola wohl nicht. Während Schmidt der gewonnene Punkt glücklich machte („Ich stolz darauf, wie wir gespielt haben“), wirkte der Bayern-Coach  unglücklich über zwei verlorene Punkte. „Es war schade“, sagte er ein paar Mal – in Anspielung auf die Tormöglichkeiten, die Robert Lewandowski und Thomas Müller in einem packenden Finish nicht verwandelt hatten – was auch damit zu tun hatte, dass Leverkusens Innenverteidiger Ömer Toprak und Jonathan Tah stark spielten.

Die Zuschauer sehen eine zähe erste Halbzeit

Der 19-jährige Tah wird bereits als Nationalmannschafts-Alternative für den verletzten Bayern-Mann Jérôme Boateng gehandelt. Joachim Löws Assistent Thomas Schneider war zu seiner Beobachtung im Stadion.

Er und die 30.210 Zuschauer in Leverkusen sahen eine zähe erste Halbzeit, in der die Bayern, ohne Thomas Müller in der Startformation, zwar zu viel Ballbesitz kamen, aber nur zu Ansätzen von Torchancen.
Es lag daran, dass die Bayer-Profis ihren  Spielaufbau aggressiv und effektiv störten. Fast alle Aktionen spielten sich zunächst im Mittelfeld ab. Nach einem Eckball kam Toprak zu einer Kopfballchance, die Manuel Neuer abfing, es war der einzige Abschluss vor dem Tor der ersten 45 Minuten.
Die zweiten 45 Minuten waren um Lichtjahre aufregender. Vor allem, nachdem Thomas Müller (60. für Arjen Robben) und Thiago (52. für Arturo Vidal) auf den Platz gekommen waren  – und Douglas Costa aus der Mitte auf die linke Angriffsseite gewechselt war, wo seit der 52. Minute Leverkusens Roberto Hilbert seine Kreise zog.

Er ersetzte den Kroaten Tin Jedvaj, der nach langer Verletzungspause noch nicht 90 Minuten spielen kann. Schon im Hinspiel, das die Bayern 3:0 gewonnen hatten, war Hilbert mit Costa überfordert, und das war er auch am Samstag. Die meisten Angriffe liefen über Costa, doch weder Lewandowski, noch Müller vollendeten sie. Es fehlten Zentimeter, oder Tah und Toprak kamen im letzten Moment dazwischen.

Auch nach einer umstrittenen  gelb-roten Karte gegen Xabi Alonso in der 84. Minute konnten die Bayern noch Druck aufbauen. Die Partie endete damit, dass sich Costa auf dem Flügel durchtankte – und Lewandowski nach der Flanke am Ball vorbei sprang. Schlusspfiff. „Schade, sehr schade“, sagte Guardiola noch einmal. Wieder mit tiefen Runzeln auf der Stirn.

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