Sport : Bayer Leverkusen gegen Alba Berlin: Zeigen, wer der Meister ist

Benedikt Voigt

Es ist eine etwas seltsame Bilanz, die Emir Mutapcic zieht, wenn er seine ersten vier Monate als hauptverantwortlicher Trainer des Deutschen Basketball-Meisters Alba Berlin bewerten soll. Aber vielleicht ist das auch nicht so einfach. Keine Niederlage in der Bundesliga, drei knappe Auswärtsniederlagen in der Suproleague stehen bislang zu Buche. Mutapcic fasst das so zusammen: "Ich bin zufrieden und ich bin nicht zufrieden."

Womöglich verhilft ihm das anstrengende Programm bis zur Weihnachtspause zu einer eindeutigen Meinungsbildung. Sieben Spiele muss Alba Berlin bis dahin bestreiten, darunter bereits heute das Spitzenspiel in der Bundesliga bei Bayer Leverkusen, dem alten Rivalen. Keiner weiß um die besondere Bedeutung dieser Spielpaarung besser als Mutapcic, der im verlorenen Finale von 1991 gegen Leverkusen bereits im Alba-Trikot auf dem Spielfeld stand. Überhaupt hat Alba trotz der letztjährigen Finalserie, in der sich die Berliner mit 3:0-Siegen den vierten Meistertitel in Folge sicherten, in Deutschland nur gegen Leverkusen eine negative Bilanz (29 Siege/36 Niederlagen) "Diese Rivalität ist wichtig für den deutschen Basketball", sagt Mutapcic. Sein Mannschaftskapitän Henrik Rödl warnt: "Leverkusen ist auf der Bank so gut besetzt wie nur noch wir in Deutschland." Zum Beispiel steht Steve Hutchinson gegenwärtig nicht in der ersten Fünf, was Rödl unglaublich findet.

Calvin Oldham hat sich mit Alexander Lokhmanchuk und John Best vor allem auf der Postion des großen Flügelspielers verstärkt. "Er will Wendell Alexis etwas entgegensetzen", vermutet Henrik Rödl. Flügelspieler John Best ist mit durchschnittlich 25,2 Punkten sogar Topscorer der Suproleague. Es gibt also was zu tun für die Berliner beim hartnäckigsten Verfolger in der Bundesliga. "Erst einmal wollen wir die zwei Punkte", sagt Mutapcic, "das Zweite ist diese Rivalität: Wir wollen zeigen, wer Meister ist." Dabei bereitet ihm der Zustand der beiden Nationalspieler Marko Pesic und Stipo Papic, die am Mittwoch gegen Litauen spielten, noch leichte Sorgen. "Beide sind ein bisschen müde", erklärt der Alba-Trainer, "aber sie sind Profis, sie müssen weitergehen." Während Derrick Phelps wohl trotz einer leichten Zerrung spielen wird, bleibt Aufbauspieler Stefano Garris in Berlin und sammelt beim Zweitligisten TuS Lichterfelde Spielpraxis. Weil Leverkusen keine Nationalspieler stellt, konnte Trainer Oldham in den vergangenen zwei Wochen mit allen Spielern trainieren. "Das ist ein Vorteil", findet Mutapcic.

Lediglich Derrick Phelps geht die Sache mit der Rivalität zu Leverkusen locker an. Der Aufbauspieler stieß erst zu Beginn der vergangenen Saison zu den Berlinern. "Rivalität?", fragt Phelps und kaut auf seinem Kaugummi herum, "ja, ja, davon habe ich auch schon gehört."

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