Bayer Leverkusen - Hannover 96 2:0 : Hyypiä besser als Heynckes

Sechs Siege nach sieben Bundesligaspielen - Sami Hyypiä weist inzwischen eine bessere Punktquote bei Bayer Leverkusen auf als Jupp Heynckes. Auch wenn der 2:0-Sieg gegen Hannover kein spektakulärer war.

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Obenauf. Leverkusens Sebastian Boenisch überspringt Leandro Bittencourt von Hannover 96.
Obenauf. Leverkusens Sebastian Boenisch überspringt Leandro Bittencourt von Hannover 96.Foto: dpa

Mirko Slomka wirkte fast schon gelangweilt, als er kurz vor Ende der ersten Halbzeit nach längerer Pause noch einmal in der äußerten Ecke seiner Coaching Zone Aufstellung nahm. Beide Hände hatte der 46-Jährige demonstrativ in die Hosentaschen geschoben – weil sich vor seinen Augen abzeichnete, was für Hannover bei Gastspielen in Leverkusen längst Gewohnheit geworden ist: Mit ordentlich Haue wieder an die Leine abzuziehen. Die sechs Niederlagen der 96er in den letzten sechs Jahren waren begleitet von 1:15 Toren, nun gesellte sich eine weitere 0:2-Pleite hinzu.

Selbst die bescheidenen Hoffnungen auf das erste Auswärtstor seiner Mannschaft in dieser Bundesligasaison musste Slomka auf die nächste Partie in der Fremde, am 19. Oktober in Dortmund, verschieben. Ganz anders Bayer, das in dieser Runde schon in Stuttgart und Mainz gewonnen hat, unter der Woche zudem im Pokal in Bielefeld triumphierte, und sich mit seiner Siegesserie in Heimspielen in der Spitzengruppe festgebissen hat.

Statistiker haben gerade ausgerechnet, dass Sami Hyypiä, seitdem er allein Bayers Trainerbank besetzt, die beste Quote aller bisherigen Leverkusener Trainer vorzuweisen hat. Damit stellt er beim Punktesammeln momentan sogar Kollegen wie Klaus Toppmöller oder Jupp Heynckes in den Schatten. Im Duell mit Hannover, zugleich Bayers letzte Partie unter dem Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der sein Amt am Dienstag offiziell abgibt, musste Hyypiä jedoch zunächst eine Schrecksekunde überstehen: Hannovers Leonardo Bittencourt schlug gleich zu Spielbeginn eine Flanke an den kurzen Pfosten des Leverkuseners Tores, wo Keeper Bernd Leno nur mit Hilfe beider Beine und etwas Glück einen Rückstand verhindern konnte.

Recht zügig sicherten sich die Gastgeber dann aber die Ballhoheit im Mittelfeld – und kamen nach einer Viertelstunde zu ersten Chancen. Aber erst konnte sich der Südkoreaner Heung-Min Son nicht zwischen einem Schuss und einer Vorlage für Stefan Kießling entscheiden, und wenige Sekunden später bekam Mittelstürmer Kießling den Ball bei einer guten Einschusschance am Fünfmeterraum nicht unter Kontrolle. Die Führung aber war nur aufgeschoben. In der 23. Minute fand ein Freistoß von Sidney Sam den Kopf von Simon Rolfes. Bayers Kapitän sprang in der Situation zwar niedriger als Leon Andreasen, war dafür aber vor dem 96-Mittelfeldspieler postiert.

Der Senegalese Salif Sané erlebte das 1:0 der Rheinländer von der Seitenlinie aus, wo er gerade behandelt wurde. Mitten auf dem Platz stand Hannovers Innenverteidiger dafür 14 Minuten später, als ein Pass von Rolfes aus dem Mittelfeld eher zufällig bei Son landete, der seinerseits einen Steilpass auf Sam anbrachte. Der deutsche Nationalspieler lief Sané auf und davon und schob den Ball zum 2:0 an 96-Torwart Ron-Robert Zieler vorbei.

In der zweiten Halbzeit zeigten sich die Leverkusener Spieler genügsam und vergaben durch Can und Robbie Kruse noch zwei gute Chancen – als seien sie in Gedanken schon bei Mittwoch, wenn San Sebastian zum Champions-League-Duell in der Leverkusener Arena gastiert.

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