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Bayer Leverkusen - Hertha BSC 4:2 : Hertha BSC scheitert an Leverkusens Offensive

Lange tat sich Leverkusen schwer mit defensiven Berlinern und musste sogar einen Schock verkraften - am Ende aber setzte sich Bayer verdient gegen die ersatzgeschwächte Hertha durch.

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Erlösung: Leverkusens Trainer Roger Schmidt (m.) jubelt mit Torschütze Karim Bellarabi über das 4:2.
Erlösung: Leverkusens Trainer Roger Schmidt (m.) jubelt mit Torschütze Karim Bellarabi über das 4:2.Foto: dpa

Hertha-Trainer Jos Luhukay nahm die erste Niederlage der Bundesliga-Saison 2014/15 mit Fassung. Seine Berliner Profis hatten in Leverkusen stark gespielt, zweimal geführt – und trotzdem 2:4 (0:1) verloren. Gegen ein Team mit enormer Offensivkraft, das seine individuelle Überlegenheit erst spät zur Geltung bringen konnte, dann aber nicht mehr zu stoppen war. Jedenfalls nicht von Hertha BSC. So zuckte Luhukay mit den Schultern und sprach: „Wir können viel aus diesem Spiel mitnehmen – nur kein Ergebnis.“ Stolz sei er trotzdem darauf, dass seine Profis der Werkself so viele Probleme bereitet hätten. „Eine Stunde lang waren wir sehr gut“, sagte er. „Es ist aber sehr schwer diese Jungs über 90 Minuten abzumelden.“

Roger Schmidt, 47, neuer Trainer dieser Leverkusener Jungs, war entsprechend happy. „Es war heute schwer für uns, das macht diesen Sieg umso wertvoller“, befand er und lobte Einsatz, Können und Selbstvertrauen seiner Spieler. Diese haben alle fünf Pflichtspiele dieser Saison gewonnen, darunter in Dortmund 2:0 obsiegt und die Champions-League-Qualifikation gegen Kopenhagen bestanden. „Besser hätte es nicht laufen können“, sagte Schmidt.

Bayer-Serie reißt

Leverkusen hatte bisher nie mehr als fünf Minuten bis zum Führungstreffer gebraucht. Luhukay begegnete der Angriffsstärke des Gegners mit einer Fünfer-Abwehr. Außen spielten Marcel Ndjeng und Johannes van den Bergh, innen John Anthony Brooks, John Heitinga und Fabian Lustenberger. Im Tor stand Rune Jarstein anstelle des verletzten Thomas Kraft. Die Taktik des Berliner Coaches ging in der ersten Halbzeit perfekt auf. Seine Profis agierten sehr diszipliniert, störten die Bayer-Akteure früh – auch hatten sie das Glück auf ihrer Seite. Nachdem der gebürtige Berliner Karim Bellarabi, 24, der als einziger Bayer-Akteur von Beginn an gefährlich war, zwei gute Chancen vergeben hatte, schlug Hertha zu – mit freundlicher Unterstützung des Gegners. Julian Schieber brachte den Ball per Flanke in den Strafraum. Dort versuchte der 18-jährige Kroate Tin Jedvaj zu klären – und fabrizierte ein Eigentor zum 1:0 für Berlin.

Die Hertha hielt auch danach ihre defensive Linie, die hart agierenden Berliner Abwehrspieler machten Bayer-Torjäger Stefan Kießling das Leben schwer, auch Millionen-Einkauf Hakan Calhanoglu kam zunächst wenig zum Zuge. Nur Bellarabi sah man immer. Berlin hätte vor der Pause fast auf 2:0 erhöht, als Julian Schieber vorbei schoss.

Hertha-Trainer Luhukay hadert mit schnellem Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel wurde aus einer verhaltenen Partie ein dramatischer Fight. Leverkusen ließ sich das Spiel nun nicht mehr verderben und drehte auf. „Wir sind nicht mehr so in die Zweikämpfe gekommen wie vorher“, sagte Mittelfeldmann Nico Schulz. Den Ausgleichstreffer leitete Gonzalo Castro ein. Er bediente Jedvaj, der in den Strafraum startete, Jarstein ausspielte, zum 1:1 traf und sein Eigentor wieder wettmachte.

Angetrieben von den nun enthusiastischen Fans legte Bayer einen zehnminütigen Sturmlauf hin, den Schieber mit dem 1:2 für die Hertha aber abrupt beendete. Er war nach einer Flanke von Scholz erfolgreich. „Hätten wir das 2:1 länger gehalten, wäre es vielleicht anders ausgegangen“, sagte Luhukay. Es vergingen jedoch keine zwei Minuten, da durften die Bayer-Profis jubeln. Per Freistoß brachte Bellarabi den Ball zu Calhanoglu, der ihn zu Emir Spahic im Fünfmeterraum weiterleitete. Per Kopf erzielte der Bosnier das 2:2. Mit einem Remis hätte die Berliner gut leben können, doch Leverkusen spielte nun entfesselt auf. Brandt stellte auf 3:2, anschließend belohnte sich Bellarabi mit dem Treffer zum 4:2 für seine spektakuläre Leistung.

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