Bayer Leverkusen : Noch ein Problem für die Konzernbilanz

Vor dem heutigen Pokalspiel gegen den FC Bayern herrscht Unruhe im Inneren des Fußball-Bundesligisten – Schuld daran sind die jüngsten Ergebnisse der Bayer-Profis.

Jörg Strohschein
Hannover 96 - Bayer 04 Leverkusen
Trainer Bruno Labbadia.Foto: ddp

Die Ruhe rund um die Leverkusener Arena trügt in diesen Tagen. Vor dem heutigen Pokalspiel gegen den FC Bayern (20.30 Uhr, live in der ARD) herrscht Unruhe im Inneren des Fußball-Bundesligisten – Schuld daran sind die jüngsten Ergebnisse der Bayer-Profis. Lediglich zwei Siege aus den vergangenen neun Ligapartien haben einen Disput zwischen Sportdirektor Rudi Völler und René Adler ausgelöst. Der Bayer-Torhüter hatte nach der Niederlage bei Hannover 96 ein „Bayer-Phlegma“ bemängelt, daraufhin stellte Völler ihn zur Rede. „Er hat mit seiner Kritik doch letztlich nur den Leuten einen Gefallen getan, die uns dieses Klischee seit Jahren anhängen wollen“, sagte Völler. „Das habe ich ihm auch in dieser Form klar gemacht.“

Nach Ansicht des Sportdirektors ist die Schwächephase nicht vergleichbar mit der in der vorangegangenen Spielzeit. Damals hatte Leverkusen die fast schon sichere Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb durch eine erfolglose Rückserie verspielt. „Wir haben eine Ergebnis-Krise, das ist nicht von der Hand zu weisen. Aber mehr nicht“, sagt Völler.

Sollte Leverkusen einen internationalen Wettbewerb erneut verpassen, dürfte das für den Klub bedeuten, dass begehrte Spieler wie Patrick Helmes oder Kapitän Simon Rolfes den Verein zu finanzstärkeren und international tätigen Klubs verlassen. Der Bayer-Konzern wird sein finanzielles Engagement nicht erhöhen. Die internationale Finanzkrise hat auch den Chemie- und Pharmariesen erreicht: Die gestern veröffentlichte Bilanz 2008 weist einen Gewinnrückgang von 60 Prozent aus. „2009 wird ohne Zweifel ein schwieriges Jahr“, sagte Vorstandschef Werner Wenning. Diese Worte könnten auch für die Fußballsparte gelten.

Ohne europäische Spiele können die Leverkusener nur wenig Anreize für neue Kundenschichten schaffen – trotz des im Sommer fertigen neuen Stadions für 30 000 Fans. Der Situation ist sich auch Bruno Labbadia bewusst. „Wir haben um die Schwächen der Mannschaft gewusst“, sagt Labbadia. „Es geht nur um Kleinigkeiten, die wir verändern müssen.“ Heute will seine Mannschaft im DFB-Pokal gegen Bayern München damit beginnen. Für die Saison hat aber Rudi Völler ganz andere Prioritäten. „Ein Pokalspiel gegen Bayern ist ein Sonderfall“, sagt Völler, „aber in der Liga müssen wir jetzt Bochum schlagen, daran führt kein Weg vorbei.“ Jörg Strohschein

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