Sport : Bayer Leverkusen: Vogts sieht ein Mannschaftsproblem

Nach den Wirren um Christoph Daum und dem gefeierten Amtsantritt von Berti Vogts und seinem Trainer-Funktionsteam wird die Belegschaft bei Bayer Leverkusen in der Endphase der Bundesligasaison offenbar nervös. Vor dem Duell beim TSV 1860 München am Sonntag sprach der ehemalige Bundestrainer nach den beiden Niederlagen in Rostock und gegen Cottbus offen von einem "Mannschaftsproblem".

Manager Reiner Calmund wurde noch deutlicher: "Es gibt Spieler, die immer die Klappe aufreißen und mit negativen Einstellungen auch in ihrem Umfeld eine negative Grundstimmung herbeiführen." Namen nannte Calmund nicht, doch die Konsequenzen sind offenbar: Bayer wird sich von Querulanten trennen. "Fakt ist: Die Entscheidungen sind getroffen, wir ziehen das ohne Hektik und Hast durch", sagt Calmund. Spätestens zum 1. Juli sollen die Betroffenen gehen, lieber wäre es Calmund allerdings, wenn die Trennung noch eher erfolgt: "Wenn die Konditionen stimmen und die Spieler schon vorher neue Vereine finden, können sie auch schon früher gehen." Die laufenden Verträge allerdings würden eingehalten, das sei in Leverkusen immer so der Fall gewesen, stellte der schwergewichtige Manager klar.

Den Schweizer Nationaltorhüter Pascal Zuberbühler traf es als ersten: Er wurde von Vogts zumindest kurzzeitig von der Spielerliste gestrichen. Für wie lange, ist noch nicht geklärt. Am Freitag beendete Bayer-Sprecher Uli Dost das Verwirrspiel um den vor allem bei den Fans umstrittenen Zuberbühler. "Er ist nicht suspendiert, er gehört lediglich am Sonntag für die Begegnung bei 1860 München nicht zum Kader. Danach werden wir weiter sehen", sagte Dost. In München wird der polnische Nationaltorhüter Adam Matysek ins Leverkusener Tor zurückkehren. Als Ersatzmann sitzt der Australier Frank Juric. Pascal Zuberbühler flog gar nicht erst mit nach München.

Der Schweizer Nationaltorhüter Zuberbühler hatte noch am Donnerstag im Deutschen Sport Fernsehen (DSF) erklärt, dass Vogts und er einer Meinung seien und "Leverkusen in Zukunft auf die Dienste von mir verzichten" werde. Er werde allerdings weiter in Leverkusen trainieren. Zuberbühler wird nach etlichen Fehlgriffen von den eigenen Anhängern für die beiden letzten Niederlagen verantwortlich gemacht. "Im eigenen Stadion ausgepfiffen zu werden, ist schon hart. Ich hätte nie gedacht, dass es so weit kommt", sagte der offenbar resignierende Zuberbühler.

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