Sport : Bayer lustlos

Leverkusen spielt nur 1:1 gegen Bielefeld – war das schon der Abschied von Interimstrainer Völler?

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Leverkusen Rudi Völler scheint Bayer Leverkusen kein Glück zu bringen. Denn nach dem Ausscheiden im Uefa-Cup in Sofia gab es für Bayer auch in der Bundesliga am Samstag nicht das ersehnte Erfolgserlebnis. Beim 1:1 (0:0) gegen Arminia Bielefeld wurde einmal mehr deutlich, dass sich das Team in einer spielerischen Krise befindet. Interimscoach Völler betreute ein Leverkusener Team zum insgesamt zwölften und vorerst wahrscheinlich letzten Mal. Er ist jetzt als Sportdirektor gefordert, seinen Nachfolger zu finden, der den Weg aus der Krise finden soll. Vor 22 500 Zuschauern in der ausverkauften Bayarena musste sich Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser trotz des Remis „Holzhäuser raus“-Rufe von den eigenen Fans anhören.

Isaac Boakye hatte Bielefeld mit seinem ersten Saisontor in Führung gebracht, bevor Andrej Woronin sechs Minuten vor dem Spielende mit einem von Carsten Ramelow entscheidend abgefälschten Schuss ausglich und damit wenigstens Bayer noch einen Punkt rettete.

Völler bestritt nach dem Spiel, dass sich sein Team in einer Krise befinden würde. „Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben“, sagte Völler „Sie hat alles probiert und alles gegeben. Wir hätten am Ende fast noch gewonnen.“ Torjäger Dimitar Berbatow hatte kurz vor dem Schlusspfiff den Pfosten getroffen. Bielefelds Trainer Thomas von Heesen, der gestern seinen 44. Geburtstag feierte, lobte sein Team dagegen fast überschwänglich. „Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen“, sagte van Heesen. „Das war genau die richtige Antwort auf die Kritik nach dem 0:2 gegen Mönchengladbach.“

Bayer Leverkusen präsentierte sich gestern lange völlig verunsichert, die Mannschaft agierte lust- und ideenlos – das Publikum verabschiedete das eigene Team zur Pause mit lauten Pfiffen beim Gang in die Kabine. Rudi Völler bot nach dem Wechsel Paul Freier und Jacek Krzynowek für die enttäuschenden Fritz und Lazovic auf. Prompt kam etwas mehr Bewegung in die Bayer-Aktionen, Athirson hatte sogar die Führungschance, ehe Boakye traf und die Ostwestfalen danach durch den Südafrikaner Sibusiso Zuma fast noch das 2:0 erzielt hätten. Immerhin bewiesen die Leverkusener in den letzten Spielminuten aber Kampfgeist und kamen wenigstens noch zum verdienten Ausgleich. Zu mehr sollte es allerdings nicht reichen. Und das war zu wenig, um die sportliche Krise bei Bayer zu beenden. dpa

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