Sport : Bayer zeigt sich konzentriert - und Bayern zeigt Nerven

Ausgerechnet die abgeklärten Profis vom deutschen Rekord-Meister FC Bayern München zeigen im Titelendspurt Nerven. Nach drei sieglosen Punktspielen, dem unfreiwilligen Rollenwechsel vom Gejagten zum Jäger und dem Medienrummel um Nationalmannschafts-Kritiker Jens Jeremies ist die am vergangenen Wochenende als Bundesliga-Spitzenreiter abgelöste Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld zum Siegen verdammt. Alles andere als ein souveräner Erfolg über den SSV Ulm heute im ausverkauften Münchner Olympiastadion könnte für weitere unliebsame Schlagzeilen sorgen. Nicht zuletzt deshalb forderte Manager Uli Hoeneß ein Schützenfest: "So leid es mir um die Ulmer tut, aber unsere Mannschaft muss jetzt in einem Spiel mal wieder fünf, sechs Tore schießen und zeigen, wer Herr in der Bundesliga ist."

Besorgt über den drohenden Verlust der nationalen Vormachtstellung appellierte auch Lothar Matthäus aus dem fernen New York an die Ehre seiner ehemaligen Mitstreiter: "Nun darf es keinen Ausrutscher mehr geben. Ich bin davon überzeugt, dass es zu einer Trotzreaktion kommt." Das glückliche 1:1 im Champions-League-Viertelfinale beim FC Porto sorgte zwar für neues Selbstvertrauen, kostete aber reichlich Kraft. Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge hofft: "Die historische Chance auf drei Titel ist wieder da. Jetzt sind es insgesamt nur noch zwölf Spiele." Für den neuen Tabellenführer Bayer Leverkusen sind es dagegen nur noch sieben Begegnungen bis zum Saisonfinale am 20. Mai. Weil seine Mannschaft nicht mehr wie der FC Bayern im Europa- und DFB-Pokal antreten muss, wittert Christoph Daum Morgenluft: "Wir konzentrieren uns auf das Kerngeschäft. Es ist ein Vorteil, nur noch in der Meisterschaft zu stehen", sagte der Bayer-Coach vor dem Duell mit Problemfall Borussia Dortmund in der ausverkauften BayArena. Bayer will sich auch im 15. Heimspiel schadlos halten.

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