Bayern - Bayer 3:0 : Münchner Freiheit

Es dauerte eine Halbzeit, doch dann kam die Befreiung: Der FC Bayern schießt drei Tore in den zweiten 45 Minuten, schlägt Leverkusen und bleibt an Spitzenreiter Wolfsburg dran. Obendrein sagt Manager Uli Hoeneß, Bayern werde die Verpflichtung Louis van Gaals bald verkünden.

Sebastian Krass[München]
FC Bayern München - Bayer Leverkusen
Podolskis Abend. Der Stürmer war an allen Toren beteiligt, eines schoss er selber.Foto: dpa

Die Aufgabe, die Lukas Podolski ihm gestellt hatte, war knifflig. Der Ball war etwas in den Rücken gespielt, und das ein paar Meter vor dem Tor. Doch Luca Toni machte das Beste daraus. Er brachte die Kugel zwar nicht richtig unter Kontrolle, schaffte es aber zumindest, ihr noch einen kleinen Stoß zu geben. Und so rollte sie zum 1:0 ins Tor. Nun, direkt nach Anpfiff der zweiten Halbzeit, hatten die unperfekten Offensivbemühungen des FC Bayern schließlich doch noch zu einem Treffer geführt. Es war ein befreiendes Ereignis für die Gastgeber. Der Rest der Partie ging ihnen leicht von der Hand. Schlussendlich gewann der FC Bayern München am Dienstagabend 3:0 (0:0) gegen Bayer Leverkusen, bleibt punktgleich mit Tabellenführer Wolfsburg und wahrte damit seine Chancen auf den Meistertitel.

Die Partie hatte ohne großes Geplänkel begonnen. Schon in der zweiten Minute setzte Franck Ribéry Lukas Podolski in Szene. Der hatte auf der linken Seite freie Bahn. Doch seine Flanke nach innen war zu unpräzise, als dass der mitgelaufene Luca Toni sie hätte erreichen können. Es war eine Szene mit Symbolwert für diese Halbzeit. Denn es entwickelte sich ein temporeiches Spiel mit vielen ansehnlichen, allerdings ungenau gespielten Szenen auf beiden Seiten.

Die Leverkusener haderten zudem in der ersten Viertelstunde zweimal mit dem Schiedsrichter. Jeweils war Renato Augusto im Strafraum der Bayern zu Fall gekommen. Doch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer entschied in beiden Fällen nicht auf Elfmeter (6./16.). Kurz vor der Halbzeit gelang es Ribéry noch zweimal, den an diesem Abend ohnehin ungewohnt hohen Lautstärkepegel in der Arena noch ein Stück zu steigern. Erst erkämpfte Luca Toni im Mittelfeld den Ball und leitete ihn direkt in den Lauf von Ribéry. Manuel Friedrich kam nicht hinterher, doch Ribérys Schuss strich am kurzen Eck vorbei (38.).

Und so gingen die Bayern unzufrieden in die Pause. Dabei wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass die beiden Konkurrenten um Platz eins, Wolfsburg und Berlin, jeweils zur Halbzeit führten. Denn deren Tore wurden ungewöhnlicherweise nicht auf der Anzeigentafel vermeldet.

Doch kurz nach dem Wiederanpfiff klappte es mit dem erlösenden Führungstreffer. Ab diesem Moment hatten die Bayern die Partie unter Kontrolle. Allein in der 57. Minute vergaben sie zwei glänzende Chancen. Erst scheiterte Lukas Podolski freistehend an René Adler. Der starke Torwart der Gäste klärte auch nach der anschließenden Ecke, als Franck Ribéry aus guter Position auf das Tor hielt. Doch das 2:0 war nur noch eine Frage der Zeit. Es fiel, als Franck Ribéry zwei Minuten später Lukas Podolski anspielte. Der lief durch bis zur Grundlinie und legte durch die unsortierte Gästeabwehr hindurch zurück auf Ribéry, und der brauchte nur noch den Fuß hinzuhalten.

Nun suchte Leverkusen sein Glück in bedingungsloser Offensive. Das führte zwanzig Minuten vor Schluss zu einem Konter mit bizarrem Kräfteverhältnis: fünf Bayernspieler stürmten auf einen Leverkusener zu. Bastian Schweinsteiger hatte alle Zeit zu überlegen, wem seiner Mitspieler er das Tor schenkt – oder ob er es doch selbst macht. Er entschied sich für Podolski, der das 3:0 erzielte. Seine Abrundung erfuhr dieser für die Bayern so erfreuliche Abend, als der zuvor lange verletzte Miroslav Klose auf den Platz zurückkehrte. Und als Manager Uli Hoeneß erklärte, man gehe davon aus, die Verpflichtung von Trainer Louis van Gaal von AZ Alkmaar zur nächsten Saison in den nächsten „drei, vier Tagen“ zu verkünden.

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