Bayern - Braunschweig 2:0 : Braunschweig ist nur kurz ein Kampfhund

Der Underdog ist doch nur ein Schoßhündchen: Der Tabellenletzte Eintracht Braunschweig ist dem FC Bayern München wie erwartet deutlich unterlegen.

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Held in Strumpfhose. Bayerns Doppeltorschütze Arjen Robben (rechts) zeigt viel Knie im Zweikampf mit Braunschweigs Kevin Kratz.
Held in Strumpfhose. Bayerns Doppeltorschütze Arjen Robben (rechts) zeigt viel Knie im Zweikampf mit Braunschweigs Kevin Kratz.Foto: AFP

München - Es gab in dieser Saison noch nicht viele Niederlagen, die Torsten Lieberknecht einigermaßen gut gelaunt nach Hause fahren ließen. Genau genommen war das 0:2 am Samstag beim FC Bayern München die erste. „Wichtig war für uns, dass wir uns ordentlich verkauft haben“, sagte der Trainer von Eintracht Braunschweig. Die Ansprüche der Gegner des Triple-Siegers sind derzeit sehr bescheiden, die des Schlusslichts der Bundesliga waren es erst recht. Es sei eine Ehre gewesen, fand Lieberknecht, „nach 28 Jahren wieder gegen Bayern zu spielen“. Dass die Braunschweiger das Ziel erreicht und die Niederlage in Grenzen hielten, hatten sie aber vor allem den in der zweiten Hälfte nachlässigen Bayern zu verdanken. Nach einer „großartigen ersten Halbzeit“ habe die Mannschaft „zwei Gänge rausgenommen“, stellte Sportvorstand Matthias Sammer fest. „Da hat es halt gemenschelt bei uns.“

Der viel gerühmte Bayern-Kader war gegen den Tabellenletzten verletzungsbedingt nicht mehr ganz so gut bestückt. Die Möglichkeit, das Spiel mit ein, zwei Auswechslungen zu verändern, hatte Pep Guardiola dieses Mal nicht. Allerdings sah es zunächst auch gar nicht danach aus, als ob dies nötig sein würde. Die Braunschweiger waren nur um Schadensbegrenzung bemüht, und mussten doch schon nach zwei Minuten den ersten Gegentreffer hinnehmen. Mario Götze spielte einen feinen Pass in die Spitze. Arjen Robben schoss zunächst an den Pfosten, köpfte dann den Abpraller ins Tor zum 1:0.

Die Münchner kombinierten in der eigenen Hälfte gewohnt ballsicher, der Gegner schaute meist nur bewundernd zu. Wenn die Braunschweiger doch einmal an den Ball kamen, schafften sie es selten, ihn über drei Stationen zu spielen. Der zwischenzeitliche Ballbesitz der Bayern von 86 Prozent dokumentierte den Klassenunterschied. Dass es dennoch 28 Minuten dauerte, ehe das zweite Tor fiel, lag an den nicht zielstrebig genug vorgetragenen Angriffen. Wieder war es der sehr agile Robben, der der Braunschweiger Abwehr entwischte. Nach dem Diagonalpass von Toni Kroos nahm der Niederländer Tempo auf, zog nach innen und umspielte den überforderten Norman Theuerkauf. Aus 14 Metern zog Robben ab und ließ Daniel Davari im Tor keine Chance.

Nach der Pause wurde Braunschweig etwas mutiger. Offenbar hatte Lieberknecht in der Kabine versucht, seinen lammfrommen Schoßhündchen, wie er Eintracht Braunschweigs Rolle zuvor bezeichnet hatte, doch noch ein bisschen etwas von Kampfhunden einzuhauchen. Immerhin trauten sie sich jetzt öfters mal über die Mittellinie und brachten auch die Münchner Hintermannschaft gelegentlich in die Bredouille. Nach dem Spitzenspiel in Dortmund und der Champions-League-Reise nach Moskaus sei es vom Kopf her verständlich „dass man etwas nachlässig wird“, fand Thomas Müller. „Das ist jetzt wieder Bundesliga-Alltag.“ Elisabeth Schlammerl

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