Bayern gewinnt gegen Fürth : Ein Startsieg zum Abschied

Zum Aufakt seiner wohl letzten Saison in München siegt Jupp Heynckes mit dem FC Bayern mit 3:0 bei Greuther Fürth. Bis zur 1:0-Führung durch Thomas Müller tat sich der Rekordmeister jedoch schwer gegen den bissigen Aufsteiger.

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Wir können noch jubeln. Torschütze Thomas Müller (vorne) brüllt mit Holger Badstuber um die Wette, Boateng eilt zum Gratulieren heran. Foto: dpa
Wir können noch jubeln. Torschütze Thomas Müller (vorne) brüllt mit Holger Badstuber um die Wette, Boateng eilt zum Gratulieren...Foto: dpa

Das Spiel war vor Anpfiff ohnehin mit einigen Superlativen belegt worden: Spiel der Spiele nannten sie in Fürth die erste Partie in der Bundesliga, und dann ging es auch noch gleich gegen den Rekordmeister aus München. Und auch die Bayern betonten noch einmal, dass das Spiel gegen Fürth gleich einmal die Richtung vorgeben soll für die Saison – am liebsten endlich wieder hin zum Meistertitel. Aber dann gab FCB-Coach Jupp Heynckes dem Nachmittag noch eine ganz besondere Note: Er hatte durchblicken lassen, dass es seine letzte Saison werden soll als Bayern-Trainer. Nach 90 Minuten stand fest, dass er seine Abschiedstournee mit einem 3:0 (1:0)-Auswärtssieg begann.

Für die Aufstellung musste sich der scheidende Coach dann gleich etwas einfallen lassen, um Franck Ribéry zu ersetzen, der mit Fieber in München blieb. An seiner Stelle lief Neuzugang Xherdan Shaqiri von Beginn an auf. Für Nachwuchsmann Emre Can, der in der Vorbereitung meist auf der Position des linken Außenverteidigers ran durfte, rückte Holger Badstuber nach links, Dante und Boateng bildeten dafür die Innenverteidigung. Die Fürther Fans schauten vor allem auf Baye Djiby Fall, der in dieser Saison den nach Frankfurt abgewanderten Stürmer Olivier Occean ersetzen soll.

Der Neuzugang setzte gleich den ersten Höhepunkt aus Sicht der Fürther Anhänger: Er rammte Jérôme Boateng derart in den Boden, dass er die Gelbe Karte sah. Die Fans feierten den Einsatz als Fanal für Härte und Kampf, also jenen Mitteln, mit denen die Bayern niedergerungen werden sollten. Und das Heimteam nötigte den Münchnern Respekt ab mit seiner Spielweise: Die Bayern wirkten fahrig und genervt von den lauffreudigen und bissigen Fürthern. Nach 30 Minuten erhob sich Heynckes das erste Mal von seinem Sitz und gab ein paar Anweisungen – seine Spieler passten trotzdem weiter quer. Spielten sie dann doch einmal steil, war die Fürther Verteidigung zur Stelle.

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Die Bayern kamen praktisch gar nicht vor das Tor des Gegners, bis zur 43. Minute: Ein harmloser, abgefälschter Schuss von Shaqiri trudelte ins Toraus. Die folgende Ecke köpfte Dante vergeblich auf den Kasten. Doch im Nachsetzen stocherte Thomas Müller den Ball ins Netz. Plötzlich stand es 1:0 zur Pause, obwohl die Fürther bis zu dieser Aktion wirklich alles richtig gemacht hatten gegen den Favoriten.

In der zweiten Hälfte begannen die Fürther trotz des Rückschlags sofort wieder engagiert, die erste Chance hatte dennoch nach wenigen Minuten Bayerns neuer Stürmer Mario Mandzukic: Sein abgefälschter Schuss aus dem Strafraum drehte sich um den Pfosten ins Aus. Die Bayern schafften es nun, durch gemächliches, aber sicheres Passspiel Ruhe in die Partie zu bringen. Und mit dem ersten schnellen Spielzug bauten sie die Führung in der 59. Minute auf 2:0 aus: Kroos leitete einen Steilpass weiter in den Lauf von Arjen Robben. Den Schuss des Holländers wehrte SpVgg-Torwart Max Grün genau auf den Kopf von Mandzukic ab, der den Ball nur noch über die Linie nicken musste.

Der komfortable Vorsprung gab Heynckes die Gelegenheit, dem Rekonvaleszenten Bastian Schweinsteiger etwas Spielpraxis zu vermitteln: In der 71. Minute kam der Münchner Vizekapitän für Shaqiri. In der 79. Minute durfte er das 3:0 bejubeln: Ein abgefälschter Schuss von Robben, fast auf Höhe der Torauslinie, senkte sich hinter Torwart Grün ins Netz. Es war der Endstand, die Fürther hatten nun Euphorie und Elan verloren.

Im Gegensatz zu Heynckes. Der 67-Jährige durfte sich im ersten Spiel seiner Abschiedssaison nach Schlusspfiff gleich einmal über die vorläufige Tabellenführung freuen.

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