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Bayern - Hamburg 5:0 : Bayern vermöbeln den HSV

Angeführt von den spielfreudigen Taktgebern Robben und Ribery nehmen die Bayern Fahrt auf und besiegen den HSV mit 5:0 (3:0) - und das Resultat war noch schmeichelhaft für die desolaten Hanseaten.

Carsten Eberts
Mit einem 5:0-Erfolg gegen den Hamburger SV setzten die Bayern ein Ausrufezeichen.
Mit einem 5:0-Erfolg gegen den Hamburger SV setzten die Bayern ein Ausrufezeichen.Foto: dapd

Zur Halbzeit jubelte sogar der Präsident. Uli Hoeneß ließ sich gelöst in seinen Sitz zurückfallen, er setzte sein royalstes Grinsen auf und er wusste genau, dass diesmal kein Besuch in der Mannschaftskabine nötig sein würde. Zu diesem Zeitpunkt führten die Bayern gegen den Hamburger SV bereits 3:0, es sollte sogar noch deutlicher werden: Durch Tore von Daniel Van Buyten, Franck Ribéry, Arjen Robben, Mario Gomez und Ivica Olic gewannen die Bayern am Ende gar 5:0 und fahren gelöst zur Champions-League-Aufgabe am kommenden Dienstag nach Zürich. Für den Hamburger SV ist der Fehlstart in der Bundesliga hingegen perfekt.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes zeigte mit seiner Aufstellung, dass er das Rückspiel beim FC Zürich keinesfalls bereits für erledigt ansieht. Er rotierte heftig, schonte die zuletzt starken Jérôme Boateng und Luiz Gustavo, brachte dafür Daniel Van Buyten und Anatolij Timoschtschuk. Auch Toni Kroos bekam eine Pause, für ihn spielte Thomas Müller. Ebenfalls wieder dabei: Arjen Robben und Franck Ribéry, hinter deren Einsätzen kleine Fragezeichen gestanden hatten.

Für den HSV galt es indes, den kompletten Fehlstart in der Bundesliga zu vermeiden. Ausgerechnet beim FC Bayern, wo es im vergangenen März noch blamabel 0:6 geheißen hatte, was das Ende von Armin Veh als Trainer einläutete. Damals brillierten vor allem Robben und Ribéry, die gemeinsam an fünf Treffern beteiligt waren, der HSV ging in der zweiten Halbzeit regelrecht unter. Erneut ergeben wollten sich die Hamburger an diesem Nachmittag eigentlich nicht und begannen ruppig. Schon nach sieben Minuten trat Dennis Aogo Robben um und sah Gelb. Es war jedoch für lange Zeit die letzte bissige Aktion eines HSV-Akteurs.

Die Bayern hingegen spielten befreit auf und nutzten gleich ihre erste Chance zur Führung. Per Eckball zwirbelte Robben den Ball auf den Kopf von Daniel Van Buyten, der das Spielgerät in der 13. Minute ungefährdet neben HSV-Keeper Jaroslav Drobny ins Tor setzte. Die Hamburger zeigten anschließend, dass sie von einer gefestigten Struktur weit entfernt sind: Sie agierten von nun an defensiv komplett ungeordnet. Nur vier Minuten später kam im Strafraum Franck Ribéry an den Ball, der Franzose narrte zunächst Dennis Diekmeier, dann Tomás Rincon, ließ beide stehen und vollendete mit links zum frühen 2:0 (17.).

In der 33. Minute dann das schönste Tor des Tages: Robben sprintete von rechts in den Strafraum, lief Aogo davon und überlupfte Drobny zum 3:0. Die Bayern waren sogar noch gnädig: In der 43. Minute traf Müller erst den Pfosten, als Schweinsteiger den Ball erneut zu ihm brachte, verstolperte Müller aus kurzer Distanz. Eine Minute später lief Müller allein auf Drobny zu und stolperte erneut. Gegen einen außerordentlich schwachen HSV von einer Trendwende im zuletzt behäbigen Spiel der Bayern zu sprechen, wäre jedoch übertrieben. Was die Partie in Zürich angeht, brachte jedoch auch die zweite Halbzeit wichtige Erkenntnisse. Die erste: Mario Gomez trifft wieder. Der zuletzt glücklose Nationalstürmer kam nach 56 Minuten im Strafraum an den Ball und vollendete aus sehr spitzem Winkel zum 4:0. Die zweite: Auch Ivica Olic trifft wieder, in der 80. Minute zum 5:0. Die dritte jedoch: Thomas Müller befindet sich in einer Abschlusskrise. Er vergab auch in der zweiten Halbzeit beste Möglichkeiten und dürfte am Dienstag gegen Zürich zurück auf die Bank rotieren.

Der HSV hingegen hinterließ einen bemitleidenswerten Eindruck, warselbst bereits mit der kleinsten Münchner Tempoverschärfung überfordert. Das von Trainer Michael Oenning und Sportdirektor Frank Arnesen neu zusammengestellte Team verfestigte den Eindruck der vergangenen Wochen: Im HSV-Spiel passt derzeit so gut wie nichts zusammen. Und es ist kaum absehbar, wie dies besser werden soll.

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