Bayern - Hamburg 9:2 : Bayern kegelt den HSV weg

Alle Neune: Die Meisterschale ist noch nicht in München. Doch der FC Bayern lässt beim 9:2 gegen den Hamburger SV keine Zweifel daran, dass es nur eine Frage der Zeit ist. Zweifel hat eher der deklassierte Gegner.

Elisabeth Schlammerl
Hamburg - Tor zur Welt? Elf Tore gab es in der Münchner Arena gegen den HSV zu sehen. Neunmal trafen Bayerns Spieler gegen überforderte Hamburger, insgesamt sieben verschieden Torschützen. Wir geben Ihnen hier einen Überblick...Alle Bilder anzeigen
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30.03.2013 21:20Hamburg - Tor zur Welt? Elf Tore gab es in der Münchner Arena gegen den HSV zu sehen. Neunmal trafen Bayerns Spieler gegen...

Auf die Meisterschaft muss der FC Bayern München noch eine oder zwei Wochen warten, trotzdem absolvierte der Klub am Samstagabend ein denkwürdiges Bundesligaspiel in München. 9:2 (5:0) besiegte der Tabellenführer den Hamburger SV und stimmte sich mit einer herausragenden Leistung gegen einen desolaten Kontrahenten auf das Champions-League-Duell mit Juventus Turin ein. „Der Hamburger SV hat es uns heute leicht gemacht“, stellte Münchens Sportvorstand Matthias Sammer fest. Trainer Jupp Heynckes nannte die glänzende Offensivvorstellung seiner Mannschaft „Lehrbuchfußball in der Entstehung und im Abschluss“.

Dabei war die große Spannung schon eine gute Stunde vor Anpfiff vorbei, weil Borussia Dortmund mit dem Sieg in Stuttgart am Nachmittag den Bayern das österliche Meistergeschenk verwehrt hatte. „Wir sind deshalb nicht traurig“, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. „Wir konnten ja nicht davon ausgehen, dass uns der VfB den Gefallen tut und gegen Dortmund nicht verliert.“ Für die Planungen von Trainer Jupp Heynckes spielte die Titelchance zu Ostern ohnehin keine große Rolle, er ließ vor dem Champions-League-Spiel rotieren: Die angeschlagenen David Alaba und Mario Gomez standen nicht im Kader; Thomas Müller, Mario Mandzukic und der an einer leichten Zehenverstauchung leidende Franck Ribery saßen zunächst auf der Bank; Luiz Gustavo musste auf die linke Abwehrseite ausweichen und konnte sich nicht wie geplant im defensiven Mittelfeld einspielen, wo er am Dienstag den gesperrten Javier Martinez ersetzen soll.

Die Bayern schienen gleich nach Beginn der Partie in der mit 71.000 Zuschauern ausverkauften Münchner Arena schon wieder vergessen zu haben, dass sich die Meisterschaft an diesem Tag doch noch nicht entscheidet. Sie traten mit jener Spielfreude auf, die ihnen Anfang März etwas abhanden gekommen war. Nach vier Minuten lag der Ball nach einem Schuss von Xerdan Shaqiri zum ersten Mal im Tor der Hamburger. Von diesem frühen Rückstand erholte sich die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink nicht mehr, die Spieler des HSV waren vor allem staunende Begleiter einer extrem gut aufgelegten Bayern-Mannschaft. Den Gästen unterliefen nicht nur haarsträubende Fehler, sondern sie verweigerten obendrein Zweikämpfe. Allein Torwart René Adler leistete etwas Widerstand. „Ich schäme mich, dass wir so eine Leistung abgeliefert haben“, sagte Kapitän Heiko Westermann nach der höchsten Bundesliganiederlage seiner Mannschaft.

Die Münchner konnten tun und lassen, was sie wollten. Der frühen Führung folgten bis zur Halbzeit vier weitere Tore durch Schweinsteiger, zweimal Pizarro und Robben. Vermutlich hätte niemand im Stadion den Bayern übel genommen, wenn sie die Vorbereitung auf das Viertelfinalhinspiel der Champions League etwas früher begonnen hätten. Aber die Bayern stürmten auch in der zweiten Halbzeit munter weiter. „Sie haben sich in einen Rausch gespielt“, stellte Thorsten Fink fest. Pizarro fügte seinen ersten beiden Treffern noch zwei weitere hinzu, Robben gelang immerhin noch ein zweites Tor. Erst nach dem neunten Treffer des eingewechselten Ribery war der Torhunger der Münchner gestillt. Die beiden Gegentore von Jeffrey Bruma und Heiko Westermann nach schlechtem Stellungsspiel der Bayern-Defensive nach Eckbällen waren nur Schönheitsfehler, für Sammer jedoch ein Grund für eine Minischelte: „Das sollte uns wachrütteln, denn das darf uns am Dienstag nicht passieren.“

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