Sport : Bayern ist Deutschland

Uli Hoeneß hat mal wieder in die Zukunft geschaut. Sechs bis acht Bayern-Spieler, prophezeite er unlängst, werden in der Siegermannschaft der WM 2006 stehen. Angesichts der letzten Auftritte seines Teams, in dem bis auf Torwart Oliver Kahn kein weiterer deutscher Nationalspieler stand, dürften sich eher Anhänger der französischen oder brasilianischen Nationalmannschaft angesprochen gefühlt haben. Doch Hoeneß wäre nicht Hoeneß, wenn er großen Worten nicht große Taten folgen lassen würde. Geld spielt in München keine Rolle, wenn die Visionen des Managers Realität werden müssen. Da werden 20 Millionen Mark Handgeld an den zum Heilsbringer des deutschen Fußballs erhobenen Sebastian Deisler gezahlt, weil der Heilsbringer gefälligst in München zu spielen hat. Und "Sport-Bild" vermeldet nun, dass die immer wieder angekündigten Transfers von Sebastian Kehl (Freiburg) und Michael Ballack (Leverkusen) zum Rekordmeister auch schon perfekt seien. Wobei allein Ballack 25 Millionen Mark Ablöse kosten soll. Doch was sind schon ein paar Millionen, verglichen mit dem Lebenstraum des Uli Hoeneß? Was alle schon immer ahnten, soll manifestiert werden: München ist und bleibt die Hauptstadt des deutschen Fußballs. Auf Vereinsebene ist das seit Jahrzehnten unumstritten. Fehlte nur noch die Nationalelf, die bayrischen Alleinvertretungsansprüchen im Wege stand. Sie wurde noch mehr gefeiert und sie besaß einen noch größeren Stellenwert als der FC Bayern. Damit ist Schluss, künftig ist sie nicht mehr als eine Abteilung der Bayern, beliebt und bejubelt landauf, landab. Nur beeilen muss er sich, der Uli. Denn allzu viele deutsche Spieler gibt es nicht mehr in der Bundesliga.

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