Sport : Bayern ist wichtiger

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Der sorgenvollste Blick der deutschen Basketball-Gemeinde geht derzeit nach Miami und Dallas: Nicht nur der Hoffnung wegen, Dirk Nowitzki möge endlich seinen ersten NBA-Titel gewinnen, sondern vor allem gesund und bei Kräften aus der Finalserie gehen.

Andernfalls drohen seine Absage für die EM im September und ein rapides Absinken der Hoffnungen, sich für Olympia 2012 zu qualifizieren. Doch ebenso besorgt ging der Blick zuletzt nach München: Würde der schwelende Streit um Dirk Bauermanns Doppelfunktion als National- und Bayern-Trainer beendet und vor EM-Beginn Klarheit geschaffen?

Es wurde, zumindest ein bisschen. Bauermann ist ab 1. Oktober nur noch Trainer der Münchner; mit der Hintertür, dass er im Falle der Qualifikation bis Olympia weitermachen könnte. Diese Entscheidung zeigt vor allem zweierlei: Zum einen den Kniefall, der in Deutschland vor dem lukrativen Basketball-Projekt des FC Bayern begangen wird. Zum anderen die Schwäche des Deutschen Basketball-Bundes (DBB). Die Basketball-Bundesliga und die Bayern stehen gut da, weil sie sich sonst unglaubwürdig und unbeliebt gemacht hätten. Der Velierer aber ist der DBB. Zu lange hatten es sich die Funktionäre bequem gemacht hinter dem Winkelzug, Bauermann könne doch Teilzeit coachen, während der Verband Gehalt spart.

Nun muss der DBB einen Nachfolger finden, der nicht in Sicht ist. Und der bald 33-jährige Nowitzki wird nicht ewig spielen. Der Verband muss nun zeigen, auch im Hinblick auf die EM-Bewerbung 2015, was der deutsche Basketball ohne die beiden Dirks zu bieten hat.

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