Bayern-Jäger : Die Last, ein Favorit zu sein

Karlsruhe spielt gegen Bielefeld nur 0:0. Die Badener tun sich mit der Favoritenrolle schwer gegen kampfstarke Ostwestfalen. Nach dem Spiel will Karlsruhe von Bayern-Jäger nichts mehr hören.

Oliver Trust
Karlsruher Bielefeld
Bielefelds Oliver Kirch (l.) im Zweikampf mit dem Karlsruher Michael Mutzel. -Foto: dpa

Karlsruhe - Es ist nicht immer ein uneingeschränktes Vergnügen, Trainer des Karlsruher SC zu sein. Manchmal ist das sogar ordentlich mühsam. Das war Edmund Becker am Sonntag anzusehen. Da stand der Trainer des KSC oft verzweifelt an der Seitenlinie und schimpfte über seine Mannschaft. Gegen Arminia Bielefeld mussten die Karlsruher am Sonntag das erste Mal die Favoritenbürde über den Rasen des Wildparkstadions tragen. Es fiel ihnen sichtlich schwer und mündete auch in einem unbefriedigenden Ergebnis für den KSC: 27 361 Zuschauer sahen ein 0:0.

Karlsruhe bestimmte zwar das Spiel und besaß vor allem in der zweiten Hälfte die besseren Torchancen, aber es gelang dem KSC nicht, wie sonst die Unbekümmertheit eines Aufsteigers auf den Rasen zu transportieren. Schon im Stadionheft hatte Manager Rolf Dohmen vor solchen „Schweinespielen“ gewarnt, die eben auch in der Bundesliga absolviert werden müssen und wenig Raum für Begeisterung bieten. Trainer Becker blieb schließlich die Erkenntnis, einen Punkt errungen zu haben, der trotz allem ein Stück Reife verrät, weil „wir nicht zu ungeduldig geworden sind“. Alexander Iaschwili und der eingewechselte Edmond Kapllani hatten in der zweiten Halbzeit die größten Chancen gegen schwache Bielefelder.

„Wir haben Chancen nicht genutzt, aber wir müssen uns auch mal mit einem Remis abfinden“, sagte KSC-Trainer Edmund Becker. „Das ganze Gerede vom Bayern-Jäger kommt ja nicht von uns.“ Die Bielefelder hingegen waren nach vier Niederlagen hintereinander mit dem Unentschieden zufrieden. „Wir haben eine harte Zeit hinter uns“, sagte Arminias Trainer Ernst Middendorp. „Jetzt sind wir wieder auf der richtigen Spur. Die Mannschaft hat sich den Punkt redlich verdient.“Oliver Trust

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