Bayern - Leverkusen 3:0 : Im Spiel ohne Sorgen

Beim 3:0 (2:0) im Topspiel gegen Vizemeister Bayer Leverkusen feierte der deutsche Rekordmeister seinen neunten Pflichtspiel-Sieg in Folge und trotzte demonstrativ dem Wirbel, den die Verhaftung des Brasilianers Breno vor der Begegnung verbreitet hatte.

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Toni Kroos (r.) jubelt mit Thomas Müller (l.), dem Torschützen zur 1:0-Führung.
Toni Kroos (r.) jubelt mit Thomas Müller (l.), dem Torschützen zur 1:0-Führung.Foto: dapd

Das Samstagabendspiel war gerade erst eine halbe Stunde alt, da stand den Bayernfans in der Südkurve der Münchner Arena schon der Sinn danach, die Konkurrenz zu verhöhnen. „Wer wird Deutscher Meister?“, sangen sie. „BVB Borussia.“ Zu dem Zeitpunkt hatte die Bayern-Mannschaft schon den Acht-Punkte-Vorsprung auf den nachmittags siegreichen Meister der vergangenen Saison wieder hergestellt. Und ließ keinen Zweifel daran, dass es dabei bleiben würde. Am Ende gewann der FC Bayern das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen 3:0 (2:0). „Wir haben das Spiel über 90 Minuten kontrolliert“, sagte Kapitän Philipp Lahm. „Bei der Verfassung, in der wir im Moment sind, können wir uns eigentlich nur selbst schlagen.“ Mit ihrem sechsten Sieg in Serie setzten sich die Bayern wieder an die Spitze der Bundesliga-Tabelle. Noch beeindruckender wird diese Serie durch die dazugehörige Tordifferenz von 21:0 in diesen sechs Spielen.

Bayerntrainer Jupp Heynckes konnte im Spiel gegen seinen vorigen Arbeitgeber wieder auf Mario Gomez zurückgreifen, für den Petersen weichen musste. Außerdem rotierte er Daniel van Buyten für Jérôme Boateng in die Startelf. Die Gäste mussten in München auf den mit Roter Karter gesperrten André Schürrle verzichten. Außerdem fehlten Ballack (Grippe) und Schwaab (Knieverletzung). Für sie spielten Sidney Sam, Gonzalo Castro und der 18-jährige Danny da Costa in seinem ersten Ligaspiel.

Alle guten Vorsätze, die die Leverkusener gefasst haben mögen, waren in der fünften Spielminute dahin. Rechtsverteidiger da Costa ließ Ribéry gewähren, und der Franzose nutzte die Freiheit für einen lockeren Pass in die Mitte. Thomas Müller rutschte und lenkte den Ball zum 1:0 ins Netz. „Es ist unser Plus, dass wir im Moment immer im richtigen Moment ein Tor machen“, findet Lahm. Leverkusen blieb weitgehend hilflos, als habe der lange Schatten der Geschichte sich auf ihre Gemüter gelegt.

Denn der Klub aus dem Rheinland hat vor fast 22 Jahren zum letzten Mal beim FC Bayern gewonnen, und in dieser Dürrezeit auch nur fünf Remis erreicht. In der 22. Minute ließen die Bayern van Buyten einen Freistoß aus gut 20 Metern schießen, und siehe da, der Ball rauschte vorbei an der Mauer und flach ins linke Eck zum 2:0. Weiterhin unbedrängt vom Gegner beschränkten sich die Bayern fortan darauf, die Partie locker zu Ende zu spielen. Was ihnen sicher nicht unrecht war angesichts der Aufgabe, die ihnen am Dienstag bevorsteht: das Champions-League-Heimspiel gegen Manchester City.

In der 67. Minute musste Manuel Neuer dann sogar tatsächlich einen Ball halten. Doch der aus einer Ecke resultierende Kopfball war für den Nationaltorhüter nicht mehr als eine Fangübung. Zehn Minuten später brandete der lauteste Jubel des Abends auf. Denn Arjen Robben kehrte nach überwundener Schambeinentzündung auf den Platz zurück, Toni Kroos hatte dafür Feierabend. Und weil an diesem Abend zumindest auf dem Fußballplatz alles rund lief, traf Robben nach einem schicken Pass von Bastian Schweinsteiger auch noch zum Endstand (90.). „Aber am schönsten war für mich heute Abend die Einwechslung“, sagte Robben. „Diese Atmosphäre war überragend.“ Diese 90 Minuten Fußball hatten die Bayern zumindest kurzzeitig vergessen lassen, welches Drama einer ihrer Spieler gerade erlebt.

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