Bayern München : Das bessere Alba Berlin

Bayern Münchens Basketballer führen gegen ihr Vorbild Alba Berlin in den Play-offs mit 2:0. Ein Sieg fehlt den Münchnern noch in der Serie nach dem Modus „Best of five“. Auf die Vorwürfe aus Berlin reagiert das neue Alba souverän.

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Foules Spiel? Die Bayern um Jan Jagla (l.) nehmen Albas Vorwürfe gelassen. Foto: dpa
Foules Spiel? Die Bayern um Jan Jagla (l.) nehmen Albas Vorwürfe gelassen.Foto: dpa

Beim Besuch am Freitag in der ehemaligen Rudi-Sedlmayr-Halle am Münchner Westpark ist fast alles wie früher bei den Basketballern von Alba Berlin. Der ehemalige Berliner Teambetreuer Eicke Marx öffnet die Hallentür, nach wenigen Schritten hört man Kotrainer Emir Mutapcic, der hinter schwarzen Vorhängen versteckt steht und vor den Augen des ehemaligen Alba-Spielers Demond Green die jüngeren Spieler über das Parkett scheucht. „Idemo“, glaubt man zu verstehen, „auf geht’s“. Das hat Mutapcic früher auch bei Alba oder Kooperationspartner TuS Lichterfelde Spielern wie Mithat Demirel oder Marko Pesic zugerufen.

Als später auch noch Basketballtrainer Svetislav Pesic mit verkniffenem Gesicht wie einst in der Berliner Max-Schmeling-Halle zur Pressekonferenz erscheint, wirft man zur Vergewisserung noch einmal einen Blick auf sein T-Shirt. Kein Albatros ist zu sehen, sondern weiß-blaue Rauten und ein roter Ring mit dem Schriftzug: Bayern München.

Es ist das alte Alba Berlin, das im Trikot des FC Bayern München im Play-off-Viertelfinale der Basketball-Bundesliga gegen das neue Alba Berlin spielt. Und nach allem, was bisher geboten wurde, ist das alte Alba auch das bessere. 2:0 führen die Münchner in der Serie nach dem Modus „Best of five“, ein Sieg noch am Sonntag (14 Uhr, live bei Sport1), und die Saison wäre für Berlin überraschend früh beendet. Die Münchner Halle wird ausverkauft sein, von den 200 Tickets für Berliner sind 100 zurückgekommen. Dabei könnte es die letzte Gelegenheit sein, Alba in dieser Saison zu sehen. Nur wenn die Berliner siegen, kommt es am Mittwoch zu einem vierten Spiel (20.15 Uhr) in Berlin. „Wir haben gute Chancen, uns für die nächste Runde zu qualifizieren“, sagt Bayern-Trainer Svetislav Pesic, „aber es wird nicht einfach: Alba spielt nicht zum ersten Mal so ein wichtiges Spiel.“

Der Bayern-Trainer glaubt, dass die Berliner auch im dritten Spiel mit jener intensiven und aggressiven Verteidigung beginnen werden, die den Münchnern beim Sieg im zweiten Spiel (79:73) einige Ballverluste und den Berlinern Foulpfiffe eingebracht hatte. „Das war extremer Enthusiasmus“, sagt der Bayern-Trainer, „natürlich werden sie wieder aggressiv beginnen. Wenn du 0:2 zurückliegst, ist Risiko gefragt.“ Sein Team sei darauf eingestellt.

Auch auf die Beschwerden des Berliner Geschäftsführers. „Ich kenne meine Freunde und bin nicht überrascht“, sagt er mit einem Lächeln. Marco Baldi hatte die Schiedsrichterleistung im ersten Viertel als „Schande für den deutschen Basketball“ bezeichnet. „Dass ein Klub, der im Basketball noch nichts, aber auch gar nichts geleistet hat, so einen Status genießt, das ist nicht gut“, sagte der Berliner Geschäftsführer. Doch auf den Bayern-Status will der Bayern-Trainer nicht näher eingehen. Erst später verweist er auf das dritte Viertel, in dem seinem Team mehr Fouls gepfiffen wurden. Stattdessen sagt er: „Wenn man verliert, sind immer Emotionen da, aber wenn man sich beruhigt und das Video guckt, dann sieht man vieles besser.“ Wie auf dem Spielfeld scheint gegenwärtig das alte Alba Berlin nicht nur das bessere zu sein – sondern auch das souveränere.

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