Sport : Bayern München: Elber droht, Jeremies grübelt, Hoeneß schimpft

Neun Tage vor dem ersten Bundesligaspiel im neuen Jahr macht der Deutsche Fußball-Meister Bayern München wieder einmal Schlagzeilen. Jens Jeremies grübelt über ein Ende seiner Karriere in der Nationalmannschaft nach, Giovane Elber drohte gar mit seinem Abschied von Bayern München - und handelte dafür sich im Trainingslager im spanischen Marbella dafür einen scharfen Rüffel von Manager Uli Hoeneß und Trainer Ottmar Hitzfeld ein.

"Es kann nicht sein, dass er sich um unsere Transferpolitik kümmert. Das ist nicht seine Aufgabe. Er soll Tore schießen und besser spielen, dann gewinnen wir auch die Champions League. Den Rest machen wir", schimpfte der gereizte Manager. Hitzfeld bestellte den Brasilianer nach dem Training am Donnerstag gleich zum Rapport: "Es geht darum, dass er sich auf seine Aufgabe konzentriert. Ich habe ihn dafür kritisiert, dass er den Verein mit seiner Forderung unter Druck setzt. Transfers sind die Sache des Präsidiums", sagte Hitzfeld nach dem Gespräch und fügte an: "Eine Geldstrafe ist aber nicht angedacht. Ich denke, dass er es eingesehen hat."

Im Rückblick auf den geplatzten Rosicky-Rekordtransfer hatte Giovane Elber die Klub-Führung angegriffen. "Der FC Bayern muss aufpassen, dass er nicht den Anschluss verliert. Alle Top-Teams in Europa geben sehr viel Geld aus. Da muss Bayern mitziehen, sonst sind wir bald nicht mehr in der Lage, um die Champions League mitzuspielen", sagte der 28-Jährige und fügte hinzu: "Dann muss ich den Verein wechseln und woanders versuchen, die Champions League zu gewinnen."

Wer die Bayern in der neuen Saison abgesehen vom Stuttgarter Pablo Thiam noch verstärken soll, daraus macht das Münchner Management allerdings weiter ein großes Geheimnis. "Ein paar Neue haben wir bereits unter Vertrag für nächstes Jahr, einen kennt ihr, vom anderen wisst ihr noch nichts", deutete Präsident Franz Beckenbauer an, stellte aber klar: "Die Namen Sebescen und Wicky sind bei uns noch nicht gefallen." Hoeneß meinte zur angeblichen Erfolglosigkeit auf dem Transfermarkt: "Nicht von allen Spielern, die da genannt werden, erhielten wir Absagen. Da wird sich mancher noch sehr wundern." Konkret wurde er aber nicht.

Jeremies hat derweil in Sachen Nationalmannschaft zwar noch keine ausgereiften Abschiedspläne im Kopf, doch ein Ende seines Engagements im Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird für den 26-Jährigen immer wahrscheinlicher. "Ganz konkret dachte ich vor der EM darüber nach. Und solche Gedanken kommen einem immer wieder, gerade nach dem letzten halben Jahr, wo ich ständig verletzt war. Da überlegt man schon, ob man eine Pause braucht. Außerdem läuft es wirklich gut in der Nationalelf, es gibt also keinerlei Veranlassung, dass ich da wieder herumfuhrwerke", sagte der Mittelfeldspieler im Fachmagazin "Kicker".

Zunächst will der zuletzt häufig verletzte Jeremies abwarten. "Rudi Völler hat keinen Grund, etwas zu ändern. Es passt alles. Ich werde sicher keine Forderungen stellen oder versuchen, unter allen Umständen reinzukommen", meinte Jeremies.

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