Sport : Bayern München - Freiburg: Auf einem schmalen Grat

Detlef Dresslein

Ottmar Hitzfeld, der Trainer des FC Bayern München, hat keine Probleme, die richtigen Worte zu finden. "Wir sind heute auf einem schmalen Grat gegangen", bilanzierte er am Ende eines Nachmittags, an dem allen das Fußballspielen schwer fiel.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Was dabei herauskam, war nicht sonderlich sehenswert. Doch beim 1:0-Sieg des Titelverteidigers über den SC Freiburg konnten die Hauptakteure sicher sein, dass ihnen keiner im Stadion einen Fehlpass oder einen Stellungsfehler übel nehmen würde. Schließlich haben alle eines gelernt: Es gibt dieser Tage Wichtigeres.

Aber auch für Unterhaltungsarbeiter wie die Fußballer gilt, "das Leben muss weitergehen", wie Hasan Salihamidzic, der sich als einziger Spieler nachher imstande sah, Interviews zu geben, treffend feststellte. "Schließlich müssen wir unserem Beruf nachgehen", so wie alle anderen braven Staatsbürger auch. Aber die Vereine hatten es den Spielern zumindest freigestellt, sich dazu zu äußern, und die meisten der Hauptakteure zogen es vor, sich zu verdrücken. "Manchen gelingt es besser, damit klarzukommen, anderen weniger", umriss Salihamidzic die Stimmung in der Kollegenschaft.

Auch Trainer Hitzfeld fand es erfreulich "dass der Alltag wieder eingekehrt ist", obwohl nicht alle Tage so eine klamme Stimmung über dem Olympiastadion hängt. Zum neunzigminütigen Hauptakt: Freiburg hatte die besseren Chancen der ersten halben Stunde, aber Ibrahim Tanko und Alexander Iaschwili vergaben.

In der zweiten Halbzeit waren dann die Bayern an der Reihe. Es begann die große Zeit des Freiburger Torwarts Richard Golz. Gegen Elber rettete er mit einem tollen Reflex, gegen Salihamidzic klärte er mit beherztem Herauslaufen. Bei Janckers Großchance rettete Kobiaschwili, bevor Golz wieder dran war und Sforza sowie Pizarro stoppte. Letztlich war dann aber doch alles vergeblich, weil Giovane Elber eine Minute vor dem Abpfiff nach einer feinen Kopfballverlängerung von Carsten Jancker doch noch einmal schlauer war und es schaffte, Golz zu überwinden.

Die Freiburger, die ihre insgesamt 100. Bundesliga-Niederlage erlebten, rutschten hingegen weiter nach unten in die zweite Tabellenhälfte. "Wir haben momentan eine Phase, in der wir nicht schlecht spielen, aber keine Punkte holen", fand Trainer Volker Finke. Es sei "ein bisschen ärgerlich", dass so spät doch noch ein Gegentor gefallen sei. Der Münchner Salihamidzic sah das ein wenig anders und wertete das Ergebnis als "verdient", weil seine Kollegen und er "in der zweiten Halbzeit sehr viel Druck gemacht" hätten.

Immerhin war es überstanden, und das Leben war wieder ein bisschen weitergegangen.

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