Sport : Bayern München: Kahn sehnt sich nach Hollywood

Sie stecken mitten in der Krise, doch Torhüter Oliver Kahn spricht von der Meisterschaft und will dafür sogar den FC Hollywood wieder aufleben lassen. "Das Klima ist nicht eisig. Aber es wäre gut, wenn wir ein bisschen mehr Theater hätten. Auch mehr Aggressivität und eine gereiztere Stimmung wären vielleicht hilfreich. Es ist nicht damit getan, nur darauf zu hoffen, dass das Glück zurückkommt", sagte der Torhüter von Bayern München zwei Tage vor dem Zwischenrunden-Auftakt in der Champions League am Mittwoch gegen Olympique Lyon. "Ich sehe das alles als temporäre Geschichte. Wenn die Saison zuende ist, wird man darüber lächeln. Wir werden zu unserer alten Stärke zurückfinden und werden deutscher Meister. Davon bin ich überzeugt", tönte der Torwart.

Auch Manager Uli Hoeneß sprach lediglich von einer "schwierigen Phase. Wenn alle gesund sind, brauchen wir uns keine großen Sorgen zu machen. Ich denke auch, dass der FC Bayern Meister wird, weil wir die beste Mannschaft in Deutschland haben. Es gibt keinen Grund zur Unruhe."

Dabei ist die Psyche der Bayern schon längst angeknackst. In der Bundesliga nur auf Platz vier, schon sieben Niederlagen in 21 Pflichtspielen, erst eine Partie ohne Gegentor - nie zuvor war die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit unter Trainer Ottmar Hitzfeld bei den Münchnern größer als derzeit. Vor allem in der Abwehr hapert es beim Rekordmeister. Der aus Kaiserslautern zurückgeholte Ciriaco Sforza gibt als Libero nach vorne keine Impulse und der Abwehr auch keine Stabilität. Lediglich beim 3:0 in Bochum blieb Bayern in der Bundesliga ohne Gegentor. Sogar der Viertligist aus Magdeburg traf beim Triumph im DFB-Pokal gegen die Stars aus München.

Und auch die Rückkehr von Stefan Effenberg brachte noch nicht den erhofften Erfolg. Im Gegenteil: Mit Effenberg verloren die Münchner 2:3 in Schalke und 1:2 gegen Frankfurt; selbst in Trondheim reichte es nur zu einem 1:1. Hoeneß jedoch verteidigte den Spielmacher: "Wenn Stefan wieder ganz fit ist, werden wir besser. Um ganz Großes in der Bundesliga und in der Champions League zu erreichen, brauchen wir den Stefan."

Derzeit sind die Bayern darum bemüht, Verstärkung für die wacklige Abwehr zu finden. Neuesten Gerüchten aus Spanien zufolge soll der Rekordmeister dabei Interesse an einer Verpflichtung von Frank de Boer (30) haben. Der niederländische Rekordnationalspieler und Kapitän steht beim FC Barcelona auf der Abschussliste und soll rund 20 Millionen Mark Ablösesumme kosten. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung steht zudem der englische Abwehrspieler Rio Ferdinand von West Ham United auf der Wunschliste der Bayern. West Ham fordert umgerechnet rund 45 Millionen Mark Ablöse für den 22 Jahre alten Nationalspieler.

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