Bayern München - Mainz 05 4:1 : Mit Götze kommt die Wende

Der FC Bayern München tut sich am neunten Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 lange schwer, liegt zwischenzeitlich gar zurück - und dreht das Spiel zu einem deutlichen 4:1-Sieg.

Anja Perkuhn
Arjen Robben bezwingt den Mainzer Torhüter zur wichtigen 2:1-Führung. Foto: rtr
Arjen Robben bezwingt den Mainzer Torhüter zur wichtigen 2:1-Führung.Foto: rtr

München - Pep Guardiola mag das Spiel des FC Bayern nicht. Dass er das als Trainer des FC Bayern nach dem 4:1 (0:1) gegen Mainz 05 sagt, wirkt ein bisschen krumm, er schränkt es auch noch ein bisschen ein: „Ich mag unser Spiel in der ersten Halbzeit nicht.“ In dieser ersten Halbzeit sah es nämlich so aus, als würde Mainz sein Team besiegen können, und als ob sein Team sich dabei nicht einmal richtig wehren würde.

Mainz war zwar kaum am Ball, in der ersten Halbzeit hatten die Hausherren einen Ballbesitz von 79 Prozent. Doch die Gäste spielten mit Fünferkette und zwei Sechsern davor extrem defensiv und destruktiv. Mit elf Mann in der eigenen Spielhälfte wirkte das Team von Thomas Tuchel wie eine dicke Schicht Schaumstoff zwischen den Bayern und dem Tor. Zwingende Chancen erarbeitete sich der FCB nicht, „wir haben auch zu viele Fehler und zu viele technische Fehler gemacht“, sagte Arjen Robben. Sein Teamkollege Thomas Müller sah es ähnlich: „Wir haben die Lücken nicht so gefunden, wie wir wollten.“

Während Bayern Lücken suchte, schaumstoffte Mainz. „Wir hatten drei Innenverteidiger und konnten rausrücken, ohne zu fürchten, dass die Schnittstellen zu groß werden“, sagte Tuchel. „Rausrücken, nach vorne verteidigen, das ist der Schlüssel.“ Und auf einen Fehler des Gegners hoffen. So fiel auch das Tor für Mainz: Jerome Boateng verlängerte in der Abwehr einen Mainzer Pass unglücklich für Shawn Parker, der lief in aller Ruhe aufs Tor zu und schoss das 1:0 für sein Team. Der FC Bayern musste sich etwas einfallen lassen.

Nach dem Seitenwechsel ließ Guardiola Rafinha in der Kabine, baute die Viererkette um und brachte Mario Götze als offensiven Impulsgeber. Bei den beiden Spielen in Manchester und Leverkusen war Götze nach seiner Kapselverletzung nur zu Kurzeinsätzen gekommen, in der Nationalmannschaft hatte er am Dienstag beim 5:3 gegen Schweden ein Tor geschossen und eines vorbereitet. Dieser Götze nun schnibbelte den Ball durch die Abwehr auf Robben, der allein aufs Mainzer Tor zulief und ausglich zum 1:1. „Durch Mario hatten wir mehr Spielwitz“, sagte Müller, „und haben die Räume besser gefunden.“

Das erleichterte Raunen der Bayernfans war noch nicht verhallt, da kombinierten Götze und Robben sich erneut durch die Abwehr – und Müller erzielte das 2:1. Auch am dritten Treffer war Götze beteiligt: Er legte auf für Mario Mandzukic, der mit einem Flachschuss das 3:1 erzielte. Das 4:1 war ein verwandelter Elfmeter von Müller, nachdem auf Guardiolas Anweisung hin Arjen Robben den Ball abgab, obwohl er eigentlich hatte schießen wollen.

Der FC Bayern ist nach dem Sieg wieder Tabellenführer, der FSV Mainz 05 hat sein sechstes Spiel hintereinander verloren. Jemand fragte Thomas Tuchel, was denn schiefgelaufen sei. Und anders als Guardiola fand er: „Gar nix ist schiefgelaufen“, im Gegenteil. „Aber wir fahren im VW Käfer Baujahr ’70 gegen ein Formel-1-Auto – und ihr fragt, warum wir nicht vor Vettel im Ziel sind.“ Anja Perkuhn

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