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Bayern München nach dem 0:2 im Supercup : Bayern-Trainer Guardiola warnt: "Wir werden Probleme haben"

Nach der Niederlage im Supercup gegen Borussia Dortmund bemängelt Trainer Pep Guardiola den großen Rückstand des FC Bayern München in der Vorbereitung. Bis sein Team wieder in Bestform kommt, könnten Monate vergehen. Zumal auch Javi Martinez lange ausfallen wird.

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Schrei nach Zeit. Pep Guardiola steht mit dem FC Bayern vor einem schwierigen Saisonstart.
Schrei nach Zeit. Pep Guardiola steht mit dem FC Bayern vor einem schwierigen Saisonstart.Foto: dpa

Da saß er also, zusammengekauert auf dem Podium des Presseraums im Dortmunder Stadion und gab Einblicke in seine Überlegungen. Kein Zweifel: Pep Guardiola macht sich große Sorgen. Es ist nicht in erster Linie die 0:2-Niederlage im Supercup gegen Borussia Dortmund, die den Trainer des FC Bayern München umtreibt. Es ist der physische Zustand seiner Mannschaft und die Ungewissheit, wie lange es dauert, bis sie wieder mit der gewohnten Dominanz auftreten kann. „Wir brauchen Zeit, um zu trainieren“, sinnierte Guardiola, „wir sind in unserer Vorbereitung einen Monat zurück.“ Und dann noch einmal: „Wir brauchen Zeit, die wir nicht haben.“

Er führte aus, dass Jerome Boateng, Dante oder Philipp Lahm nach der Rückkehr aus dem WM-Urlaub gerade einmal vier Trainingseinheiten absolvierten, bevor sie vor 80.000 Zuschauern im Dortmunder Stadion antraten. Andere Stützen wie Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger waren gar nicht im Kader, Thomas Müller stand zwar eine Halbzeit auf dem Rasen, wirkte aber, als befände er sich noch im Ferienmodus.

Es ist der Fluch der guten Tat, der die Münchener nun einholt: Sechs Akteure standen gegen Argentinien im WM-Finale. Dazu kommen noch Dante, Robben und Xherdan Shaqiri, die mit Brasilien, Holland und der Schweiz ebenfalls lange im Wettbewerb waren. Kein anderer Klub hat in der Bundesliga eine solche Belastung zu verkraften. Die Frage ist, wie lange es dauert, diesen Nachteil zu kompensieren. Während Kapitän Phillip Lahm die Ansicht vertritt, da werde „in den nächsten Wochen sehr viel mehr kommen, weil wir einen Kader mit super Qualität haben“, stuft sein Chef die Lage bedeutend ernster ein. „Wir werden Probleme bis zur Winterpause haben“, prognostizierte Guardiola und zog die Stirn in Falten: „Erst in der Rückrunde werden wir in unserer besten Form sein.“

Javier Martinez hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen

Es war kein schöner Abend für die Bayern, denn zu der Niederlage und dem schwachen Auftreten kam auch noch die Botschaft, dass sich Javier Martinez einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen hat und in den kommenden Tagen in die USA operiert werden soll. Langfristig sei dies "eine Katastrophe für uns“, sagte Manuel Neuer. Auch dem Spiel konnte Bayerns Torhüter nur wenig abgewinnen. Dass der Sieg der Dortmunder verdient war, mochte Neuer nicht bestreiten. „Sie waren griffiger, sie haben uns gut attackiert und angelaufen“, sagte er. Neuer bewahrte seine Mannschaft mit einer Vielzahl von Paraden vor dem Untergang.

Während der Bayern-Tross betrübt den Rückzug antrat, herrschte auf Dortmunder Seite Hochstimmung. Der Supercup wird ja in seiner Bedeutung oft klein geredet, doch wer die Dortmunder nach dem Sieg beobachtete, der bekam eine Ahnung davon, wie bedeutsam dieser Pokalgewinn für den Seelenfrieden der Westfalen war.

Für Borussia Dortmund war der Sieg im Supercup wichtig

„Es gibt wirklich Schlechteres, als mit einem Titelgewinn in die neue Saison zu starten“, sagte Außenverteidiger Erik Durm: „Das gibt uns Selbstvertrauen und macht uns sehr glücklich.“ Es war bereits viel von dem zu beobachten, was sich Klopp und seine Helfer für den auf vier Positionen erneuerten Kader im taktischen Bereich zurechtgelegt haben: Klopp ließ mit Pierre-Erick Aubameyang und Neuzugang Ciro Immobile zwei Stürmer ran, die einen glänzenden Eindruck vermittelten. Dahinter agierte eine Raute, die von Jonas Hofmann auf der Zehn angeführt wurde, der deutlich machte, dass sich die Dortmunder mit diesem Personalfundus sogar den Ausfall eines Marco Reus leisten können.

Nur Sebastian Kehl, in Abwesenheit von Mats Hummels noch einmal Kapitän, wollte nicht in den Jubel einstimmen. „Dieses Spiel war noch kein Maßstab dafür, was beide Teams in der Saison leisten können. Die Bayern bleiben Favorit.“

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