Bayern München nach dem Pokal-Aus : Eine Ansammlung müder, verbrauchter Helden

Bayern München verliert auch gegen Dortmund und Trainer Ancelotti steht unter Druck. Zumal er nicht für den nötigen Umbruch steht. Ein Kommentar.

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Läuft nicht derzeit: Bayern München wird in dieser Saison vermutlich "nur" Deutscher Meister.
Läuft nicht derzeit: Bayern München wird in dieser Saison vermutlich "nur" Deutscher Meister.Foto: dpa

Es ist ein schönes Lied, aber die Fans des FC Bayern München hassen es vermutlich. "Bitter Sweet Symphony". In der Münchner Arena wird der Song der britischen Band "The Verve" bei Niederlagen gespielt. Das ist fast nie der Fall, aber in den vergangenen gut zwei Wochen eben zwei Mal. Im Champions-League-Hinspiel gegen Real Madrid (1:2) und bei der 2:3-Niederlage am Mittwoch im Pokalhalbfinale gegen Borussia Dortmund.

Besonders bitter in den Ohren der Bayern-Anhänger klingt der Song vor allem deshalb, weil sie sich von ihrem neuen Trainer Carlo Ancelotti im Bundesligaalltag nicht die brutale Dominanz seines Vorgänger Pep Guardiola erwarteten, wohl aber einfache Siege in den wichtigen Spielen. Dafür nämlich steht Ancelotti, ein ausgeruhter Mann, dessen Coolness hilft in der heißen Phase.

Nun, so viel steht jetzt schon fest, hat Ancelotti die an ihn gestellten Erwartungen in dieser Saison nicht erfüllt. Bayern München wird mit großer Sicherheit Deutscher Meister werden, aber wegen dieses Titels haben sie den Italiener nicht verpflichtet.

Das Problem, das sich den Bayern Verantwortlichen nun stellt, geht aber über die verpassten Saisonziele hinaus. Der Klub steht vor einem großen Umbruch, Philipp Lahm und Xabi Alonso beenden ihre Karrieren, Arjen Robben, Franck Ribéry befinden sich im Spätherbst ihrer Karrieren. Die Mannschaft von Bayern ist eine Ansammlung von Helden, von müden und verbrauchten allerdings.

Ist Ancelotti der richtige Mann für einen Neustart mit einer jüngeren Mannschaft? Zweifel sind angebracht. Bisher jedenfalls war dies nicht die ihm zugedachte Rolle. Die Frage ist nun, ob der Verein ihm dies zutraut.

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