Sport : Bayern München: Neues altes Selbstbewusstsein

Nach dem glanzvollen Champions-League-Auftritt bei Manchester United hat der FC Bayern München vor dem Bundesliga-Gipfel bei Borussia Dortmund sein altes Selbstvertrauen wiedergefunden. "Deutscher Meister wird der FC Bayern München", verkündete Coach Ottmar Hitzfeld zwei Tage vor dem Spitzenspiel beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund, und der Unterton seiner Stimme ließ keine Zweifel zu. Nach dem 1:0-Sieg beim designierten Englischen Meister glaubt Hitzfeld nicht nur, dass sein Mannschaft "die restlichen Spiele gut überstehen wird". Vielmehr werde sich "die Moral auf die Bundesliga übertragen. Wir stehen immer noch unter Strom, weil wir keine Zeit haben zu verschnaufen".

Auch Manager Uli Hoeneß verschwendet keinen Gedanken daran, dass das Münchner Personal seine Berg- und Talfahrt in der Bundesliga fortsetzt. "Wir haben keine Angst vor Dortmund", sagte Hoeneß. "Das Westfalenstadion ist immer voll, da sind die Spieler immer hochmotiviert." Dennoch erklärte Hitzfeld das Treffen mit den wiedererstarkten Westfalen kurzerhand zur "Charakterfrage". Hitzfeld will eventuell aufkommender Überheblichkeit entgegenwirken. Schließlich haben die Bayern in dieser Saison bereits acht Mal verloren. "Es gilt den Schweinehund wieder zu überwinden. Das Spiel gegen ManU hat viel Kraft gekostet", sagte Hitzfeld und appelierte an die Einstellung seiner Profis: "Wir haben jetzt entscheidende Spiele. Wir können einen direkten Konkurrenten distanzieren, das ist ein Ziel."

Bei diesem Unterfangen kann der ehrgeizige Fußballlehrer wieder auf seinen Nationalspieler Jens Jeremies zurückgreifen, der trotz eines Kapseleinrisses und einer Bänderdehnung am rechten Sprunggelenk gegen die Engländer überzeugte. Zwar wird der 27-Jährige behandelt, dennoch ist er einsatzfähig und beruhigte seinen Chef schon einmal vorsorglich. "In den letzten sieben Wochen weiß jeder, worum es geht", sagte Jeremies. "Wir haben zwei große Ziele und müssen alle an einem Strang ziehen." Schließlich mache in so einem Stadion jedes Spiel Freude. "Das wird wieder so ein Highlight, und wir freuen und darauf."

Für Ciriaco Sforza kommt das Duell mit Dortmund noch zu früh. Zwar trainiert der Schweizer Nationalspieler nach seiner Knieoperation wieder, doch wenn das Team am Freitag ins Trainingslager reist, wird der 31-Jährige in München bleiben, um weiter an seiner Fitness zu arbeiten. Die fünfwöchige Zwangspause wertete der zuvor scharf kritisierte Sforza mittlerweile als in jeder Beziehung heilsam. "Es war positiv für mich. Ich konnte die Sache verarbeiten und die Mannschaft sich konzentrieren", befand Sforza nach seinem ersten Training mit dem Team. Ab Montag will er wieder regelmäßig mit den Kollegen üben.

Die sollen bereits zur neuen Spielzeit prominenten Zuwachs aus Hamburg und Leverkusen erhalten - wenn es nach Uli Hoeneß geht. Der Manager hofft, die kroatischen Brüder Niko Kovac (Hamburger SV) und Robert Kovac (Bayer Leverkusen) bereits zum 1. Juli dieses Jahres unter Vertrag nehmen zu können. "Mal abwarten, ob das nicht früher klappt", sagte Hoeneß am Donnerstag. Zwar stehen beide Spieler bei ihren Vereinen noch bis Sommer 2002 unter Vertrag, haben sich mit dem Deutschen Meister allerdings bereits über einen Wechsel spätestens nach Ablauf ihrer Verträge verständigt. Bei früheren Transfers müssten die Münchner dann jedoch hohe Ablösesummen an die bisherigen Vereine der beiden zahlen.

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