Bayern München : Nichts hat sich erledigt

Hohe Geldstrafe und Drohungen der Bayern-Führung: Lars Spannagel erklärt, warum Philipp Lahm den Streit mit seinem Klub dennoch gewonnen hat.

Lars Spannagel

Die Nachricht am Montag war die erwartete: Der FC Bayern teilte mit, Philipp Lahm habe sich „für die Art und Weise seiner Aussagen und den eingeschlagenen Weg“ entschuldigt. Die „Angelegenheit vom Wochenende“, so die Mitteilung im Wortlaut, sei damit erledigt. Das ist natürlich Blödsinn, nichts hat sich erledigt. Und über diese Tatsache darf sich vor allem Philipp Lahm freuen.

Der Nationalspieler kann mit den vermuteten 50 000 Euro Geldstrafe leicht leben. Was der Millionär Lahm an Geld verliert, gewinnt der Fußballer Lahm an Ansehen. Selbst Bayern-Fans loben seinen Mut, gegen die Omertà an der Säbener Straße aufzubegehren. Lahm hat den Finger in alle Wunden gelegt, die der FC Bayern im Moment vorzuweisen hat. Die von ihm ausgelöste Diskussion wird den Klub bis zum Saisonende begleiten, wahrscheinlich darüber hinaus. Man darf annehmen, dass Lahm genau das wollte.

Vor eineinhalb Jahren hat der heute 25-Jährige seinen Vertrag in München verlängert, obwohl Manchester United und der FC Barcelona ihn verpflichten wollten. Jetzt, da er sich bis 2012 an den FC Bayern gebunden hat, geht es ihm nach eigener Aussage darum, dort auch Erfolg zu haben. Das klingt erst einmal plausibel. Lahm gilt als glaubwürdiger Profi, der sich gut überlegt, wem er was erzählt, seine Aussagen werden auch deshalb nachhallen. Allerdings wird er daran gemessen werden, ob er selbst die Leistungen bringt, die er von anderen einfordert.

Uli Hoeneß hat am Sonnabend gesagt, Lahm werde sein Interview noch bereuen. Auch hier könnte der Bayern-Manager falsch gelegen haben.

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