Bayern München : Schuster will den Trainerjob

Bernd Schuster, erfolgreicher Coach beim spanischen Erstliga-Verein FC Getafe, liebäugelt mit dem Traineramt beim FC Bayern München. Franz Beckenbauer hatte Schuster zuvor ins Spiel gebracht.

Madrid/München - "Ein Vertrag bei einem solchen Verein wie Bayern - das ist die Chance, auf die man als Trainer wartet. Da muss man sofort mit dem Auto oder mit dem Fahrrad zum Trainingsplatz fahren", sagte der deutsche Coach des spanischen Fußball-Erstligaclubs FC Getafe in einem in der "Augsburger Allgemeinen" veröffentlichten Interview. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer hatte Schuster am Wochenende als Nachfolger von Trainer Ottmar Hitzfeld ins Spiel gebracht.

Beckenbauer hatte sich mit lobenden Worten für den früheren Nationalspieler als Nachfolger für Hitzfeld, der am Saisonende seine zweite Amtszeit in München beenden will, stark gemacht. "Man fühlt sich geehrt, wenn der Franz so etwas in Betracht zieht. Was der Franz sagt, hat ja beim FC Bayern Gewicht", sagte Schuster, dem aber weder von den Bayern noch anderen Clubs Angebote vorliegen. Daher sei das "halt nur eine schöne Geschichte und mehr nicht", meinte der gebürtige Augsburger, der angeblich vom spanischen Rekordmeister Real Madrid umworben wird.

In einem Interview mit der "Sport Bild" erklärte Schuster: "Es heißt, Fabio Capello bleibt nur bis zum Sommer bei Real. Deshalb steigt automatisch die Option von mir. Denn ich war schon vor einem Jahr der Kandidat von Präsident Ramón Calderón. Aber Bayern wäre für mich eine genauso wichtige Sache wie Real. Das ist eine Ebene."

Getafe würde Schuster ziehen lassen

Schuster, der mit dem spanischen Provinzclub FC Getafe allen großen Mannschaften der Primera Division Punkte abgeknöpft hat und am Wochenende Titelanwärter FC Valencia mit 3:0 besiegte, schließt trotz der vielen Jahre in Spanien als Spieler in Madrid oder als Trainer in Xerez, Levante und Getafe eine Rückkehr in die Heimat nicht aus. "Das Leben in Spanien hat mich geprägt. Aber ich bin Deutscher geblieben. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, wieder zurückzukehren", erklärte der 47-Jährige.

Laut eigener Aussage wird sein Madrider Vorortclub ihm die Freigabe erteilen, "wenn ein wirklich großer Club kommt". Dem FC Getafe liegen bisher aber keine Offerten vor. "Wir haben keine Nachfrage eines anderen Clubs zu einer Verpflichtung von Bernd Schuster erhalten", sagte Club-Präsident Angel Torres. Schuster selbst weiß nicht, ob der FC Bayern wirklich an ihm interessiert ist. "Viel hängt davon ab, ob die Club-Führung tatsächlich einen Trainer verpflichten will, der noch keine großen Titel gewonnen hat", erklärte der ehemalige Bundesliga-Profi, "der FC Bayern ist bisher einen anderen Weg gegangen und hat arrivierte Trainer geholt."

Beim Rekordmeister in München hat sich mit Ausnahme von Beckenbauer, der Schuster eine "hervorragende Entwicklung in den letzten Jahren" bescheinigte, offenbar noch niemand mit einem Nachfolger für Hitzfeld beschäftigt. Auf einer Pressekonferenz am Montag lehnte Manager Uli Hoeneß eine Stellungnahme zu den Spekulationen ab: "Zu tagesaktuellen Themen möchte ich mich nicht äußern." tso/dpa (tso/dpa)

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