Sport : Bayern München - Sparta Prag: Pfiffe für die Champions

Mit einer indiskutablen Leistung ist der FC Bayern München als Titelverteidiger in die Champions League gestartet. 118 Tage nach dem Endspiel-Triumph von Mailand musste sich der deutsche Rekordmeister am Dienstagabend mit einem trostlosen 0:0 gegen Sparta Prag begnügen. Für ihre Darbietung, die eines Champions-League-Siegers unwürdig war, mussten sich die Münchner am Ende gellende Pfiffe eines Großteils der nur 20 000 Zuschauer im Olympiastadion gefallen lassen. Am kommenden Dienstag müssen die Bayern zum nächsten Vorrundenspiel der Gruppe H bei Spartak Moskau antreten. Der russische Meister trennte sich am Dienstag 2:2 von Feyenoord Rotterdam.

Bei ihrem ersten Saisonauftritt in der Meisterklasse agierten die Bayern über weite Strecken, als hätten sie alle Attribute modernen Fußballs vergessen. Der Titelverteidiger spulte sein Pensum ohne Feuer, Tempo und erkennbare Laufbereitschaft ab und quälte seine wenigen treuen Fans mit Fehlpässen in Hülle und Fülle. Während die Abwehr von den harmlosen Tschechen kaum gefordert wurde, unterstrich Ciriaco Sforza mit seiner Darbietung im Mittelfeld einmal mehr, dass er in der Rolle als Regisseur und Vertreter der verletzten Stefan Effenberg und Mehmet Scholl überfordert ist. Zur Halbzeit wurde der enttäuschende Schweizer durch Owen Hargreaves ersetzt.

Im Angriff ging allein von Giovane Elber Torgefahr aus. Der Brasilianer, in der letzten Saison mit sechs Treffern bester Bayern- Torschütze in der Champions League, war einsatzfreudig und stets anspielbar. Nach 30 Minuten Schlafwagenfußball ohne Ideen und Engagement weckte Elber den Titelverteidiger aus seiner Lethargie. Mit seinem Drehschuss nach Flanke von Hasan Salihamidzic prüfte der Brasilianer den 19 Jahre alten Gäste-Torwart Petr Cech und sorgte für die erste spektakuläre Szene des Spiels. Wenig später war erneut Elber der Ausgangspunkt der nächsten Bayern-Chance. Nachdem Carsten Jancker das Zuspiel seines Teamkollegen verpasst hatte, jagte Niko Kovac (34.) den Ball in Wembley-Manier an die Unterkante der Latte, von wo aus das Leder auf die Torlinie und wieder zurück ans Gestänge prallte. Tomas Hübschman klärte die Situation schließlich. Bei der einzigen Gelegenheit der Tschechen vor der Halbzeit, einem 20 m-Freistoß von Vladimir Labant (36.), war Torhüter Oliver Kahn auf dem Posten.

"Wir haben viel zu pomadig gespielt. Eigentlich müsste ich sechs, sieben Spieler auswechseln", schimpfte Trainer Ottmar Hitzfeld zur Pause. Auch nach der Einwechslung von Paulo Sergio als dritte Spitze wurden die Bayern in der Offensive nicht stärker. Der Brasilianer führte sich mit einem Pfostenschuss (50.) zwar gut ein, konnte aber zur Verbesserung der Spielqualität ebenfalls nur wenig beitragen. 14 Minuten vor dem Ende wusste Jancker mit einem Geschenk von Cech, dessen Faustabwehr völlig misslang, nichts anzufangen und schoss am Prager Tor vorbei.

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