Bayern München : Traumsturm-Plan zunächst geplatzt

Der Wunsch ist da, aber noch nicht erfüllt: Bayern Münchens Pläne mit Luca Toni und Miroslav Klose sind für die kommende Saison zumindest teilweise geplatzt - und werden frühestens 2008 in Erfüllung gehen.

München/Bremen - Miroslav Klose will seinen bis 30. Juni 2008 laufenden Vertrag beim Bundesligisten Werder Bremen erfüllen. Mit dieser Entscheidung, die Klose der Werder-Führung unterbreitete, zog der 28 Jahre alte WM-Torschützenkönig einen vorläufigen Schlussstrich unter die Monate langen Spekulationen um seine Zukunft. In einem Jahr könnte Klose ablösefrei nach München oder zu einem anderen Verein wechseln.

"Wir sind froh, dass diese Entscheidung jetzt endlich gefallen ist", kommentierte Werder-Manager Klaus Allofs: "Es gab von Anfang an drei Möglichkeiten. Miro hätte seinen Vertrag verlängern, ins Ausland wechseln oder bis zum Ende der Laufzeit bei Werder bleiben können. Er hat sich für die dritte Möglichkeit entschieden."

Klose-Wechsel für 2008 bereits perfekt?

Ob der Wirbel um Klose damit wirklich beendet ist, wird sich noch zeigen müssen. Die Entscheidung untermauert indirekt Informationen der "Süddeutschen Zeitung", wonach sich Klose mit dem FC Bayern schon über einen Wechsel nach München spätestens im Sommer 2008 einig sein soll.

"Wenn Toni und Klose bei Bayern vorne miteinander spielen würden, wäre das toll, nicht nur für uns, sondern für die ganze Liga", hatte Franz Beckenbauer am Dienstagabend beim Pay-TV-Sender "Premiere" zu dem möglichen großen Stürmer-Deal des Rekordmeisters gesagt. Mit offiziellen Fakten mauern die Bayern-Macher jedoch. "Wir haben im Vorstand beschlossen, dass wir über Namen gar nichts mehr sagen", erklärte Trainer Ottmar Hitzfeld im Interview mit "FCB.tv".

"Die Gerüchteküche brodelt langsam über"

Man dürfe sich nicht immer darauf verlassen, was in der Zeitung stehe, sagte Hitzfeld: "Die Gerüchteküche brodelt langsam über." Fakt sei, dass man intensiv plane und "viele Gespräche" führe. "Wir sind intensiv dabei, die Mannschaft zu verstärken. Aber der FC Bayern wird erst Namen nennen, wenn alles in trockenen Tüchern ist."

Das war und ist bei Toni und Klose definitiv noch nicht der Fall, denn zumindest mit deren Vereinen bestehen noch keine Vereinbarungen. Für Toni sind die Bayern angeblich bereit, 18 Millionen Euro an den AC Florenz zu bezahlen. Der italienische Erstligist will aber erst nach Saisonende mit den Bayern über einen Transfer verhandeln.

Die "SZ" hatte am Dienstagabend vorab gemeldet, dass sich der FC Bayern nach dem italienischen Weltmeister Toni (29) auch mit Klose (28) über einen Wechsel einig sei. Das Blatt berief sich auf eine "sichere Quelle". Die Münchner "tz" berichtete sogar, dass beide Spieler schon unterschrieben hätten. Mit Klose, mit dem sich Manager Uli Hoeneß und Hitzfeld vor einer Woche in Hannover getroffen hatten, sollen sich die Bayern laut "SZ" auf zwei Vertragsentwürfe verständigt haben: Einen ab Sommer 2007, der jetzt nach Kloses Entscheidung hinfällig wäre, und einen ab Sommer 2008.

Werder könnte nur bei einem vorzeitigen Wechsel von Klose in diesem Sommer noch eine Millionen-Ablöse einstreichen. 2008 kann der Stürmer ablösefrei den Verein wechseln. Allofs hatte jedoch noch am Mittwoch im "Weser-Kurier" erneut bekräftigt, dass Klose in diesem Sommer "definitiv keine Freigabe für einen deutschen Club" erhalten werde. Nur ein Transfer ins Ausland - Klose war auch beim FC Barcelona im Gespräch - wäre möglich gewesen. "Jetzt haben wir die nötige Klarheit, um mit voller Kraft die letzten Aufgaben dieser Saison anzugehen", erklärte Allofs erleichtert.

Ausrüsterfrage als Hindernis

Brisant macht den Bayern-Poker um Klose auch die Tatsache, dass der Torjäger einen Privatvertrag mit dem US-Ausrüster Nike, dem großen Gegenspieler von Adidas, erst kürzlich bis 2010 verlängert hat. Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach ist wiederum mit zehn Prozent an der FC Bayern AG beteiligt. Laut SZ soll Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge die Ausrüsterfrage, "das größte noch zu überwindende Hindernis" im Klose-Deal, in Gesprächen mit adidas-Chef Herbert Hainer klären, der auch dem Bayern-Aufsichtsrat angehört.

Pikant in diesem Zusammenhang ist, dass Rummenigge erst unlängst den Deutschen Fußball-Bund (DFB) scharf attackiert hatte, weil der einen Ausrüster-Wechsel von Adidas zu Nike von 2011 an erwägt. Rummenigge kündigte damals an, dass Bayern-Nationalspieler "im Nike-Trikot an keinem einzigen Werbetermin des DFB mehr teilnehmen" würden. adidas reagierte am Mittwoch abwartend auf die Klose-Personalie. "Wir werden keine Stellung nehmen, solange keine Fakten geschaffen sind", sagte ein Sprecher auf Anfrage. (Von Klaus Bergmann und Michael Rossmann, dpa)

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