Bayern München : Wer hält Klinsmanns Händchen?

Eine Münchner Zeitung will erfahren haben, wer in der nächsten Saison bei den Bayern neben Jürgen Klinsmann auf der Bayern-Bank sitzen soll. Manager Uli Hoeneß zeigt sich verwundert - und weiß bereits mehr.

Roland Peters
Jürgen Klinsmann
Jürgen Klinsmann steckt bereits mitten in der Personalplanung. -Foto: ddp

Ausgangspunkt der Spekulation war ein Anruf der Münchener "tz" bei einem deutschen Trainer im Ausland. Der hatte auf die Frage, ob er als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann in Frage käme, geantwortet: "Natürlich nicht. Es ist doch bereits alles klar mit Berti Vogts!" Manager Hoeneß, bei einer Pressekonferenz im Bayern-Trainingslager Marbella mit den Spekulationen konfrontiert, reagierte verwundert: "Von Berti Vogts weiß ich nichts. Das höre ich zum ersten Mal."

Auch dass Vogts in Marbella war, kommentierte Hoeneß gelassen: "Vogts war hier als Trainer von Nigeria und nicht als Co-Trainer von Bayern München." Seit März 2007 trainiert Berti Vogts die Afrikaner, momentan hält er sich mit seinem Team an der zehn Kilometer entfernten Costa del Sol auf. Dort bereiten sich die "Super Eagles" auf den Afrika-Cup vor, der am Wochenende in Ghana startet.

Hoeneß: "Wir reden ihm da nicht rein"

Der eigentliche Helfer von Klinsmann steht aber angeblich schon fest, will spox.com erfahren haben. Demnach weiß Hoeneß schon, wer es werden wird - und zwar kein Deutscher. Seine Finger im Spiel hatte der Manager aber ausnahmsweise nicht, denn "Klinsmann hat darüber die alleinige Entscheidungsgewalt. Wir reden ihm da nicht rein". Als heißer Kandidat wird der ehemalige argentinische Nationalspieler Osvaldo Ardiles gehandelt. Nach Angaben des "Münchner Merkur" soll das "Innere des Rekordmeisters" bestätigt haben, dass Klinsmanns Wahl auf den nur 1,69 Meter großen Argentinier gefallen ist.

Der 55 Jahre alte frühere defensive Mittelfeldspieler und Weltmeister von 1978 hatte den Torjäger Klinsmann 1993 als Team-Manager zu den Tottenham Hotspur geholt. Vor und während der Weltmeisterschaft 2006 informierte sich der damalige Bundestrainer Klinsmann bei Ardiles über südamerikanische Nationalmannschaften. Ardiles selbst sagte der Münchener "tz", er wisse von nichts. "Noch habe ich mit niemandem gesprochen, doch es ist nicht unmöglich, dass ich mit ihm bei Bayern arbeite", wird Ardiles zitiert.

Neben der Zusammenstellung seines Trainerteams hat Klinsmann nun ein halbes Jahr Zeit, sich ein genaues Bild von seinem zukünftigen Kader zu machen - und unpopuläre Konsequenzen zu ziehen. Etwa den Weggang von Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski zu forcieren. Denn die beiden Gute-Laune-Jungs sitzen jetzt schon meist auf der Bank. Besser wird die Situation wohl auch nicht, denn die Konkurrenz wird immer größer. Etwa in Person von Mittelfeld-Allrounder Tim Borowski, der von Werder Bremen kommt und erst kürzlich für die kommende Saison verpflichtet wurde.

Bewährungsprobe für Podolski und Schweinsteiger

Hoeneß glaubt, dass Klinsmann sich in Kalifornien die Spiele der Bayern ganz genau angucken wird. Deswegen sei "jeder auf dem Präsentierteller". Die Bundesliga-Rückrunde wird damit auch für die deutschen Nationalspieler zur Bewährungsprobe. Unter dem Nationaltrainer Klinsmann war das noch anders. Bei der vergangenen Weltmeisterschaft hatten Schweinsteiger und Podolski ihre Position sicher - auch aus Mangel an Alternativen. Als Sympathieträger waren die beiden sorglosen Kicker ebenfalls gut geeignet.

Die genauen Vorstellungen des Jürgen Klinsmann vom FC Bayern der nächsten Saison kennt Hoeneß wohl selbst nicht. Deshalb ließ sich der Manager zum zukünftigen Kader nicht sonderlich viele Informationen entlocken. "Wenn wir eine gute Rückrunde spielen, gibt es keinen allzu großen Bedarf", bemerkte der 56-Jährige. "Ich glaube eher, dass die Mannschaft sich noch wesentlich verbessern kann, wenn sie eingespielt ist." Wenn alles nach Plan laufe, gebe es keinen Bedarf, wie vor der laufenden Saison erneut "die große Transferkeule" herauszuholen.

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