• Bayern nach Halbfinalsieg: Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger führen Bayern ins Finale

Bayern nach Halbfinalsieg : Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger führen Bayern ins Finale

Es war ein großer Abend im Estadio Santiago Bernabéu. Mit einem großen Torwart und einem großen Rückkehrer - aber auch mit einem großen Verlierer.

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Manuel Neuer und der FC Bayern machten ihren Ruf als "Bestia Negra" wieder einmal alle Ehre. In der heimischen Arena empfangen sie am 19. Mai nun den FC Chelsea.
Manuel Neuer und der FC Bayern machten ihren Ruf als "Bestia Negra" wieder einmal alle Ehre. In der heimischen Arena empfangen sie...Foto: afp

Der Held dieser  Nacht von Madrid ist groß und blond und breitschultrig. Wie sich die Spanier halt einen teutonischen Helden vorstellen. Aber was heißt schon „der Held“? „Wir alle sind Helden“ spricht Manuel Neuer in dem Wald von Mikrofonen im Estadio Santiago Bernabéu. Und die Sache mit dem Elfmeterschießen? Ist halt sein Job. „Ich wusste, dass ich schon einen halten muss, wenn wir ins Finale kommen wollen. Deswegen war ich so sehr fixiert auf diesen einen Elfmeter“, und dass er am Ende gleich zwei gehalten hat – umso besser. 

Der Münchner Torhüter spricht so beiläufig und selbstverständlich von seinen Großtaten, als hätte er gerade einen ganz normalen Arbeitstag zu einem guten Ende gebracht. Und nicht das verrückteste Fußballspiel in der Erinnerung aller 80 000 Zuschauer, die das Glück haben dabei zu sein in dieser Nacht von Madrid. Am Ende steht nach einem 1:2 in der regulären Spielzeit, einer torlosen Verlängerung und einem 3:1 im Elfmeterschießen der Einzug ins Finale der Champions League am 19. Mai daheim in München gegen den FC Chelsea. Bayerns Jupp Heynckes sucht nach Worten und findet doch nur Versatzstücke. „Alles, was Fußball so schön macht!“ – „Aufregende Strafraumszenen!“ – „Technische und taktische Brillanz!“ – „Unglaubliche Spannung!“

Eigentlich waren die Bayern in diesem Halbfinal-Rückspiel schon geschlagen, bevor es richtig losgegangen war, nach zwei Gegentoren in nicht einmal einer Viertelstunde. Wie sie dann zurückkamen, durch einen Elfmeter von, ausgerechnet, Arjen Robben den Anschluss fanden, das Kommando übernahmen und das fanatische Publikum im Bernabéu zu bewunderndem Schweigen brachten – allein das hätte genug Stoff gegeben für eine großartige Geschichte. Aber dann kam das finale Elfmeterdrama mit einer Choreographie, komponiert für ein Fußballmuseum der Ewigkeit.

Reals Trainer José Mourinho geht schon ein paar Sekunden nach dem torlosen Ende der Verlängerung zum Schiedsrichter und reicht ihm seine Liste mit den fünf nominierten Schützen. Er wirkt eine Spur zu souverän, und wie es wirklich in ihm aussieht, verrät die Intensität, mit der er seinen Torhüter Iker Casillas umarmt. José Mourinho ist nervös.

Aber wie muss es erst in David Alaba aussehen?  Welche Stürme toben im Kopf und im Herz des jüngsten Münchners? Der 19-Jährige hat Reals Führungstor mit einem unglücklichen Handspiel im Strafraum verursacht und dafür auch noch jene dritte Gelbe Karte gesehen. Er ist damit automatisch gesperrt für das Finale, so es die Bayern denn erreichen sollten. Und doch tritt er als erster Schütze an gegen Iker Casillas, den weltbesten Torhüter. Hinter dem Tor brüllt und pfeift und johlt die Nordkurve, fünf Ränge hoch, der fanatische Anhang der Madridistas.

Sehen Sie hier, wie München den Einzug ins Finale feiert

Bayern München gegen Real Madrid - das Halbfinale in Bildern
Es ist geschafft. Bayern München bezwingt Real Madrid im Halbfinale der Champions-League nach einem packenden Elfmeterschießen.Weitere Bilder anzeigen
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25.04.2012 23:32Es ist geschafft. Bayern München bezwingt Real Madrid im Halbfinale der Champions-League nach einem packenden Elfmeterschießen.

Der erste Schütze ist immer der wichtigste.

Alaba läuft drei Schritte an und trifft mit einer Selbstverständlichkeit, als würde er gerade mit ein paar Schulkumpels auf dem Pausenhof kicken. Real muss nachziehen.

Der erste Schütze ist immer der wichtigste.

Für Real schreitet zur Ausführung: Cristiano Ronaldo. Am frühen Abend, als alles noch so gut aussah für Real, hat er nach Alabas Missgeschick seinen 25. Elfmeter in Folge verwandelt. Wie könnte dieser Mann versagen? Manuel Neuer wird später sagen, er habe sich gut auf Ronaldo vorbereitet und felsenfest mit der linken Ecke gerechnet, aber dann wurde es doch die rechte. Beim Da Capo hat er die besseren Nerven. Wieder schießt Ronaldo nach links, aber bevor der nicht einmal schlecht geschossene Ball ankommt, ist Neuer schon da, die Fingerspitzen seiner rechten Hand machen den Unterschied. Ronaldo scheitert, und wie am Tag zuvor Barcas Lionel Messi wird er sein Team mit in den Abgrund ziehen. „Cristiano ist auch nur ein Mensch“, titelt Reals Hausblatt „Marca“ am Tag danach.

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