Bayern - Niederlande : Pfiffe gegen Robben

Bayern gewinnt das Freundschaftsspiel gegen die Niederlande 3:2. Arjen Robben erntet dabei viel Unmut von den Münchner Fans.

von
Tänzchen gefällig? Arjen Robben im niederländischen Trikot gegen seine Vereinskollegen vom FC Bayern, Holger Badstuber (l.) und Jerome Boateng.Foto: Fishing4
Tänzchen gefällig? Arjen Robben im niederländischen Trikot gegen seine Vereinskollegen vom FC Bayern, Holger Badstuber (l.) und...Foto: Fishing4

Natürlich, darin waren sich alle einig, war dieses Spiel – um nur zwei Einschätzungen zu nennen – „überflüssig“ (Mark van Bommel) und „sinnlos“ (Oliver Bierhoff). Aber Vertrag ist Vertrag, und immerhin ging es ja um viel Geld. Dieser Freundschaftskick zwischen dem FC Bayern und der niederländischen Nationalmannschaft brachte den Gastgebern immerhin eine Millionensumme, als Kompensation für das Geld, das sie nach Arjen Robbens Muskelriss bei der WM 2010 vom gegnerischen Verband einklagen wollten. Die wichtigste Nachricht aus dem tiefenentspannten Spiel, das Bayern am Ende sogar 3:2 (2:2) gewann, war wohl, dass sich niemand grob verletzte. Die Tore schossen für die Münchener Toni Kroos (17.), Nils Petersen (28.) und Mario Gomez (87.), für die Niederlande trafen Klaas Jan Huntelaar (18.) und Luciano Narsingh (20.).

Deutlich bemerkenswerter als der Spielverlauf war, was in der 58. Minute passierte. Arjen Robben wärmte sich vor der Bayernkurve für die Einwechslung auf Seiten seiner Nationalmannschaft auf, da stimmten die Anhänger plötzlich Sprechchöre mit seinem Namen an. Doch ein solches Solidaritätsbekenntnis gab es nicht von allen Seiten für den Niederländer, der nach seinem unglücklichen Saisonfinale zuletzt von vielen Seiten heftig kritisiert wurde. Und auch gestern hagelte es immer wieder laute Pfiffe gegen ihn.

Dieser Abend brachte den Bayern auch die Chance, ein paar scheidende Spieler vor 33 000 applaudierenden Zuschauern zu verabschieden. Laut bejubelt wurden Ivica Olic, der nach Wolfsburg geht, und Jörg Butt, der nur betriebsintern die Stelle wechselt: vom Profi zum Leiter des Nachwuchszentrums. Auch Breno wird noch in München zu tun haben. Am 13. Juni beginnt vor dem Landgericht der Prozess wegen des Verdachts auf schwere Brandstiftung. Ob aus einem Wechsel ins Ausland – als Favorit gilt derzeit Lazio Rom – etwas werden kann, hängt davon ab, ob Breno mit einer Bewährungsstrafe davonkommt. Außerdem verlassen Danijel Pranjic, Takashi Usami und Ersatz-Ersatz-Torwart Rouven Sattelmair die Bayern.

Großes Interesse erregt in diesen Tagen die Frage, wie der Klub sich für die nächste Saison personell aufstellt. Die seit Wochen in der Luft liegende Rückkehr von Claudio Pizarro scheint fix. Bayern-Sportdirektor sagte vor der Partie ungewöhnlich freimütig, es sehe „nicht schlecht aus“. Überdies erklärte er: „Unser Ziel ist, jede Position gleichwertig und doppelt zu besetzen.“ Dennoch dürfte nach einem Pizarro-Kauf eher unwahrscheinlich sein, dass die Bayern sich auch noch ernsthaft um den bei Manchester City zum Verkauf stehenden Edin Dzeko bemühen. Auszuschließen ist aber selbst das nicht, nach Uli Hoeneß' Ankündigung, die Vereinsschatulle im Sommer weit aufzumachen.

Autor

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben