Bayern : Ribéry droht zum Auftakt auszufallen

Das Transfertheater um Franck Ribéry ist beendet, doch der Franzose sorgt beim FC Bayern München weiterhin für Wirbel. Auf einer Gala der DFB-Stiftung Egidius Braun am Samstag auf Burg Hardenberg bei Göttingen polterte Franz Beckenbauer gegen den Star des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

München „Ribéry ist nur zu Bayern gekommen, um sich einen Namen zu machen. Das ist ein Franzose, dem ist München wurscht“, sagte Beckenbauer und zweifelte damit an der Loyalität des französischen Nationalspielers. Die Verletzung Ribérys sorgt für zusätzliche Unruhe. Laut Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger droht der 26-Jährige beim Bundesliga-Auftakt am 8. August auszufallen.

„Momentan befindet er sich im Aufbautraining, der Bundesliga-Start in Hoffenheim ist sehr stark gefährdet“, sagte Nerlinger am Samstagabend im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF. Zunächst wegen Beschwerden an der Achillessehne und dann wegen Knieproblemen musste Ribéry seit dem Beginn der Saisonvorbereitung am 1. Juli immer wieder das Training abbrechen. Spekulationen, der Franzose habe mit den Verletzungen einen Wechsel zu Real Madrid provozieren wollen, widersprach Nerlinger: „Wir haben ganz klare Diagnosen. Ihm wurde Unrecht getan. Wir freuen uns in der nächsten Saison alle auf Ribéry, wenn er wieder gesund ist.“

Gar nicht gut zu sprechen auf Ribéry ist Franz Beckenbauer, dem ein möglicher vorzeitiger Abschied Ribérys überhaupt nicht passt. Mitte Juli hatten die Bayern das Wechseltheater für endgültig beendet erklärt. Das schließt aber nicht aus, dass Ribéry im Sommer kommenden Jahres den Paragrafen 17 der Transferregelung des Weltverbands Fifa zieht und vorzeitig aus seinem bis 2011 gültigen Vertrag aussteigt. Die Bayern würden dann eine viel geringere Ablösesumme kassieren als zuletzt gefordert. „Wozu schließe ich denn einen Vierjahresvertrag, wenn ich nur drei Jahre bleiben will?“, schimpfte Beckenbauer.

Mit Ribéry wollen die Bayern laut Nerlinger „auf ein Niveau kommen, dass wir mit Real, Manchester United und Barcelona wenigstens auf Augenhöhe sind“. Beckenbauer erwartet vom neuen Trainer Louis van Gaal ausschließlich Erfolg. „Der Anspruch des FC Bayern muss sein, alles zu gewinnen“, sagte er auf Burg Hardenberg. Als „Irrsinn“ bezeichnete Beckenbauer die mittlerweile astronomischen Ablösesummen und Spielergehälter. „Gehälter von zehn Millionen Euro netto passen nicht mehr in die Landschaft, aber der Fußball geht nicht kaputt. Er scheint sehr strapazierfähig zu sein.“ dpa

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