Sport : Bayern total am Ende

Sven Goldmann

Ach, Bayern München. In der Bundesliga auf den sechzehntletzten Tabellenplatz abgerutscht, in der Champions League nach dem ersten Spieltag nur einen Sieg gefeiert, derart schlecht ist sonst nur die Bilanz im DFB-Pokal. Wann zuletzt ist ein großer deutscher Klub so demontiert worden?

Vorstandschef Rummenigge hat erkannt, dass die Mannschaft beim 1:2 in Bielefeld zu offensiv gespielt hat und folgert daraus zwingend, die Spieler müssten endlich Vollgas geben. Manager Hoeneß mahnt, bei nur noch 30 ausstehenden Spieltagen sei die Zeit der Ausreden ein für alle Mal vorbei. Und Präsident Beckenbauer weiß, woran es inhaltlich liegt: Der Ballack hätte nicht gehen dürfen, um den habe sich doch früher alles gedreht auf dem Platz.

Kein Wunder, dass Trainer Magath immer stärker in die Kritik gerät. Überfällig war Rummenigges Warnung an ihn, er solle sich nicht mehr schützend vor die Mannschaft stellen. Doch schützt Magath nicht in erster Linie sich selbst? Erst jagt er Ballack weg, dann schwadroniert er von mangelhafter Vorbereitung, obwohl doch in der Startelf am Samstag in Bielefeld gerade mal neun Spieler standen, die im Sommer bei der WM im Einsatz waren. Aber was will man schon erwarten von einem Mann, der in seiner nun schon 814 Tage währenden Amtszeit in München nur zweimal das Double gewonnen hat?

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