Sport : Bayern trainiert, Hoffenheim verliert

Der Tabellenführer kommt ohne großen Aufwand beim Abstiegskandidaten zu einem 1:0-Erfolg.

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Na, gehst du auch rein? Bayern-Stürmer Mario Gomez (Mitte) schaut seinem Schuss zum 1:0 ins Hoffenheimer Tor hinterher. Foto: dpa
Na, gehst du auch rein? Bayern-Stürmer Mario Gomez (Mitte) schaut seinem Schuss zum 1:0 ins Hoffenheimer Tor hinterher. Foto: dpaFoto: dpa

Es war kein glanzvoller Tag der Abteilung Fußball in der Vereinsgeschichte des FC Bayern. Ein 1:0-Sieg bei der TSG Hoffenheim stand zu Buche, einer ohne Schnörkel und künstlerischen Wert, aber wenigstens brachte er drei Punkte. Als Mario Gomez den Ball gegen Ende der ersten Halbzeit zum Siegtreffer im Tor des Abstiegskandidaten untergebracht hatte, folgte in Halbzeit zwei noch ein Latten- und ein Pfostentreffer durch Bastian Schweinsteiger, dann standen andere Dinge im Vordergrund. Der Sieg der Basketballspieler im Gipfeltreffen gegen Meister Bamberg etwa oder noch einmal die Rückblende auf den Sieg im Pokalspiel gegen Dortmund.

An diesem sonnigen Nachmittag im Kraichgau verschnaufte der FC Bayern kurz. „Der Mittwoch“, befand Sportdirektor Matthias Sammer, „das war ein emotionaler Tag – für alle.“ Am Mittwoch hatten die Münchner die Kräfteverhältnisse für diese Saison mit einem 1:0 über Dortmund in ihrem Sinne geklärt. Das hatte viel Kraft und Emotionen gekostet, sagte Sammer. Den Job in Hoffenheim erledigten die Münchner nun im Energiesparmodus und hatten am Ende wieder 17 Punkte Vorsprung in der Bundesliga auf den Zweiten Dortmund.

„Wir haben uns schwer getan, Leichtigkeit aufzubauen, aber das ist normal“, sagte Sammer und sprach noch etwas anderes an: „Wir reden mir zu viel über Nebensächliches.“ Er meinte den überdreht dargestellten Zwist zwischen dem BVB und den Bayern wegen der Plagiatsvorwürfe von Dortmunds Trainer Jürgen Klopp. „Das einzige, was uns zu interessieren hat, ist, dass wir in der Erfolgsspur bleiben“, sagte Sammer, „nicht, was einer schräg nördlich von uns sagt oder wer nächste Saison hier Trainer ist. Das ist nun wirklich egal.“ Während Sammer Konzentration aufs Hier und Jetzt einforderte, sprach Trainer Jupp Heynckes vom „Arbeitssieg“ und einem „schwierigen Spiel, nicht glanzvoll und nicht brillant, das die Mannschaft gut bewältigt hat“. Und Torschütze Mario Gomez meinte nach seinem sechsten Saisontor: „Gut war das heute nicht, aber wichtig, dass wir gewonnen haben.“

Die seltsame Stimmung eines Trainingsspiels vor 30 500 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena schien den Münchnern dagegen entgangen zu sein. Immerhin steckt Gegner Hoffenheim bei fünf Punkten Rückstand auf einen Relegationsplatz in argen Schwierigkeiten. Dass hier Abstiegskampf stattfindet und eine Mannschaft um einer ihrer letzten Chancen kämpft, konnte Hoffenheim nie vermitteln. An diesem Tag wäre ein grundsätzliches Zeichen allerdings möglich gewesen, derart träge erholten sich die Münchner vom Armdrücken mit dem BVB. Ein einziges Mal schafften es die Hoffenheimer, den Mann im Münchner Tor zu einer Parade zu zwingen. Der hieß nicht Manuel Neuer. Tom Starke wehrte einen Ball von Stephan Schröck ab. Dass der erst im Sommer aus Hoffenheim nach München gewechselte Ersatzmann Starke spielte, war unterschiedlich interpretiert worden. Dass es sich um keine Provokation handeln sollte, versicherte zwar Heynckes in aller Eile, es blieb dennoch dabei: Die Bayern traten mit ihrem zweiten Torwart bei den ratlosen Abstiegskämpfern in Hoffenheim an.

Zuvor war Hoffenheim gegen Stuttgart und Augsburg wehrlos untergegangen. Am kommenden Samstag folgt das Duell beim Letzten in Fürth. Es könne nur eine Taktik für Fürth geben, sagte Manager Andreas Müller: auf drei Punkte spielen. Mit viel Bemühen versuchten Müller und Co positive Aspekte aus der 0:1-Niederlage zu ziehen. „Ich finde, wir sind ein bisschen weiter“, sagte Müller. Die Tabelle kann er dabei kaum gemeint haben.

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