Beachvolleyball : Holtwick/Semmler im WM-Halbfinale

Es war alles andere als eine leichte Saison bisher für die erfahrenen Beachvolleyballerinnen Holtwick/Semmler. Trotz mehrerer Top-Ten- Plätze auf der Welttour rutschten sie im Ranking zurück. In Holland rocken sie aber die WM und greifen nun sogar nach den Medaillen.

Katrin Holtwick und Ilka Semmler schnappten sich zwei Deutschland-Fahnen aus dem eigenen Fanblock und rockten auch nach Spielende noch einmal den Rotterdamer Center Court. „Ich kann es nicht fassen, ein geiles Spiel. Halbfinale - es läuft einfach“, erklärte die 29 Jahre alte Semmler und strahlte: „Natürlich wollen wir jetzt auch eine Medaille.“ Am Freitag steigt das Semifinale. Mit einem beeindruckend souveränen Viertelfinale-Auftritt besiegten die zweimaligen Meisterinnen aus Berlin am Donnerstag bei der Beachvolleyball-WM die US-Girls Lauren Fendrick und Brooke Sweat 2:0 (21:18, 21:15). „Unser Matchplan ist kompromisslos von Null bis 100 aufgegangen“, erklärte Trainer Tilo Backhaus.

Platz vier ist damit schon sicher, besser waren Holtwick und Semmler bei einer WM noch nie. Das erfahrene Berliner Nationalteam hat an einem Tag zunächst im Viertelfinale das russische Duo Jekaterina Birlowa und Jewgenija Ukulowa mit 2:0 (21:18, 24:22) ausgeschaltet. Und auch gegen die USA leisteten sie sich keine Unkonzentriertheiten. „So viele Weltmeisterschaften werden wir nicht mehr spielen. Wir wollten es uns selbst beweisen, dass wir bei einer WM vorn mitspielen können“, erklärte Holtwick (31). Bisher gab das für den Seaside Beach Club Essen spielende Duo in sechs Spielen keinen einzigen Satz ab.

„Es geling uns fast alles, Fehler können wir gut wegstecken.“ Kay Matysik und Jonathan Erdmann schieden als letztes deutsches Männerteam im Achtelfinale dagegen aus. Die deutschen Meister und WM-Dritten von 2013 unterlagen den US-Amerikanern John Hyden und Tri Bourne mit 1:2 (19:21, 25:23, 9:15). Damit schließen Erdmann/Matysik ihre vierte WM-Teilnahme wie 2011 in Rom als Neunte ab.

Der schon sichere Platz vier ist für Holtwick/Semmler bei ihrer vierten WM-Teilnahme bereits das beste Resultat. „Wir fahren jetzt nicht nach Den Haag, um zwei Spiele zu verlieren“, betonte Ilka Semmler, die zuletzt mit ihrer Partnerin eine kleine Leidenszeit durchlebte, da andere deutsche Teams besser waren.

Bereits seit 2006 sind Holtwick/Semmler ein sportliches Paar. Als bisher beste Platzierungen bei Großveranstaltungen standen neunte Plätze bei den Olympischen Spielen 2012 in London und bei der WM 2011 in Rom zu Buche. In Gstaad gewannen sie im Vorjahr erstmals ein Grand-Slam-Turnier. Auf der Zielgeraden ihrer Karriere peilt das für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Rio de Janeiro an. So sind für beide die bereits sicheren 700 Weltranglistenpunkte für WM-Platz vier weit wichtiger als die Prämie von 28 000 Dollar.

Denn im internen Konkurrenzkampf von vier deutschen Damenteams, die sich um nur zwei Startplätze für Olympia streiten, waren Holtwick/Semmler von Rang eins zum Saisonbeginn auf Platz vier abgerutscht. „Dabei haben wir keine schlechte Saison gespielt“, betonte Semmler. Doch aufgrund der komplizierten Rangliste ging der garantierte Hauptfeld-Platz auf der Welttour verloren. „Wir haben versucht, immer positiv zu bleiben und den Spaß zu behalten“, schilderte Holtwick die nicht einfache Situation vor der WM.

Genau diese Energie und der Spaß brachte den Studentinnen der Rehabilitations-Pädagogik im holländischen Sand Durchsetzungsvermögen zurück. „Sie haben eine gute Stimmung, ein gutes Teamgefüge. Sie haben Lust zu spielen und eine gute Strategie“, fasste ihr ehemaliger Trainer und jetzt Verbands-Vizepräsident für Beach, Andreas Künkler, die Vorzüge von Holtwick/Semmler zusammen. Die drei anderen deutschen Damen-Duos waren bereits in der ersten K.o.-Runde ausgeschieden. (dpa)

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