Beachvolleyball : Laura Ludwig - die Beste am deutschen Strand

Beachvolleyball: Noch ein Rekord für Laura Ludwig. In Timmedorfer Strand gewinnt sie ihren sechsten nationalen Titel

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Besser geht es nicht. Laura Ludwig (links) mit Kira Walkenhorst.
Besser geht es nicht. Laura Ludwig (links) mit Kira Walkenhorst.Foto: dpa/Büttner

Bei diesen Zahlen werden selbst Jörg Ahmann oder Axel Hager neidisch, und die gelten gemeinhin als Pioniere ihrer Sportart. Auch Julius Brink und Jonas Reckermann, die späteren Olympiasieger im Beachvolleyball, können neuerdings nicht mehr mithalten mit Laura Ludwig. Bei der deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand hat die 29-Jährige am Samstag mit ihrem sechsten nationalen Titel eine neue Bestmarke aufgestellt. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Kira Walkenhorst setzte sich Ludwig im Endspiel 2:0 (21:12, 21:19) gegen das Überraschungsteam Teresa Mersmann/Isabel Schneider durch. Die Ovationen der 7000 Zuschauer auf dem Center Court am Ostseestrand waren ihr damit sicher. „Das ist Gänsehaut pur“, sagte die strahlende Siegerin. Im August, bei der Europameisterschaft in Klagenfurt, war Ludwig erst zur erfolgreichsten Beachvolleyballerin in der EM-Geschichte aufgestiegen. Nun ist ihr das auch auf nationaler Ebene gelungen.

Bei den Männern gewannen die an Nummer acht gesetzten Armin Dollinger und Clemens Wickler sensationell den Titel. Im Finale schlugen sie die hochfavorisierten Titelverteidiger Jonathan Erdmann und Kay Matysik vom VC Olympia Berlin mit 2:1 (18:21, 23:21, 15:11). Wickler durfte sich mit seinen 20 Jahren sogar als jüngster Deutscher Meister der Geschichte feiern lassen. Die Leistung war umso höher einzuschätzen, weil das Duo nach einer Knieverletzung Dollingers seit Juli kein Turnier mehr bestritten hatte. „Wir sind ohne Erwartungen ins Turnier gegangen“, sagte Wickler. „Ich glaube, es wird einige Wochen dauern, bis wir realisieren, was wir geleistet haben.“

Bei den Frauen verlief die Sache wesentlich eindeutiger. Ludwig/Walkenhorst waren im Turnier das dominierende Team, nur im Halbfinale gegen Julia Sude/Chantal Laboureur geriet das Duo vom Hamburger SV ein wenig in Probleme und gab beim 2:1-Sieg den einzigen Satz im Turnierverlauf ab. Die Dominanz war keine Selbstverständlichkeit angesichts der Vorgeschichte: Walkenhorst erkrankte im vergangenen Jahr an Pfeifferschem Drüsenfehler und musste die Saison vorzeitig beenden. Nachdem sich die Blockspielerin gesund zurückgemeldet hatte, folgte im April eine Knie-Operation und damit ein weiterer Rückschlag.

„Die beiden haben unheimlich hart gearbeitet und auch im athletischen Bereich nochmal Fortschritte gemacht“, sagt ihr Trainer Jürgen Wagner. Ludwig hat in ihrer einzigartigen Karriere nun fast alles gewonnen, als letztes Ziel bleibt nur noch eine Olympiamedaille. Ob sie das 2016 in Rio de Janeiro schafft? „Ich hätte nichts dagegen“, sagt ihr Coach. Laura Ludwig ganz bestimmt auch nicht.

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