Beachvolleyball-WM : Spieler wechseln Referees aus

Das Duo David Klemperer und Eric Koreng, bekannt geworden durch den Schwächeanfall des Einen, scheint sich zum Team für kuriose Anekdoten zu entwickeln.

Felix Meininghaus
Klemperer
Beachvolleyballspieler David Klemperer. -Foto: promo

GstaadDie Bilder sind hängen geblieben: David Klemperer und Eric Koreng wurden vor zwei Wochen in Berlin gegen die brasilianischen Weltmeister Fabio Luis und Marcio Araujo erst im dritten Satz gestoppt. Koreng musste aufgeben, er hatte sich in der Gluthitze von 50 Grad auf dem Centre Court dermaßen verausgabt, dass er kollabierte und von seinem hünenhaften Kollegen Fabio Luis vom Feld getragen wurde. Seitdem wird das Duo immer wieder auf die Ereignisse angesprochen.

Dabei kam ihre Liason notgedrungen erst kurz vor Saisonbeginn zustande, weil Klemperers etatmäßiger Partner Kjell Schneider mit Gesundheitsproblemen zu kämpfen hatte. Dem Ersatzspieler Koreng ist die fehlende Praxis aber nicht anzumerken: Er bewegt sich behände im Sand und schmettert den Ball mit ungeheurer Wucht. Längst ist aus der Notgemeinschaft eine Erfolgsgeschichte geworden. Überhaupt scheinen sich die Aufsteiger zu Spezialisten für kuriose Anekdoten zu entwickeln. So wie bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Gstaad.

Klemperer/Koreng haben in ihrem letzten siegreichen Gruppenspiel gegen die Brasilianer Harley/Pedroeinen einen Schiedsrichterwechsel durchgesetzt. Nach einigen umstrittenen Entscheidungen musste zunächst die zweite Schiedsrichterin überfordert und entnervt gehen. Doch das war dem Duo aus Deutschland nicht genug: Anschließend wurde auch noch der erste Schiedsrichter vom Bock geholt. Da die Brasilianer mitzogen, wurden die Zuschauer Zeugen einer absoluten Rarität. Das Spiel wurde von einem komplett erneuerten Schiedsrichtergespann zu Ende geführt. Nach dem Beachvolleyball-Reglement ist es möglich, den Spielleiter auszutauschen, wenn alle vier Spieler gemeinsam Protest einlegen. „Die Atmosphäre war derartig aufgeheizt, dass ich den Supervisor konsultiert habe, um zu fragen, was wir tun können“, berichtete David Klemperer hernach. „Ich hatte Angst, dass uns das Ding bei der nächsten strittigen Entscheidung um die Ohren fliegt.“ Die Episode zeigt, dass Klemperer und Koreng ihre Stärken nicht nur im technischen und athletischen Bereich haben, sondern auch im Kopf klar sind. Ihren Höhenflug wollen die beiden Deutschen im heutigen Achtelfinale gegen die Australier Schacht und Slack fortsetzen. Gestern nämlich gewannen sie gegen Jan Schnider und Marcel Gscheidle aus der Schweiz ihr erstes K.o.-Match in zwei Sätzen (21:14, 21:19).

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