Sport : Beckenbauer will Matthäus nicht als Coach

WM-Cheforganisator gibt zu: Ich wollte Daum

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Berlin Mehr als drei Wochen nach dem Rücktritt von Teamchef Rudi Völler ist noch kein Trainer für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Sicht. Aussichtsreichste Kandidaten sind weiter der Niederländer Guus Hiddink und Dänemarks Nationaltrainer Morten Olsen. Olsen besitzt allerdings einen Vertrag als Nationaltrainer von Dänemark bis 2006, Hiddink ist bis 2007 an seinen Klub PSV Eindhoven gebunden.

Inzwischen sprach sich Franz Beckenbauer, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Cheforganisator der WM 2006, gegen Lothar Matthäus als Bundestrainer aus. Zwar bekundete der deutsche Rekordnationalspieler und ungarische Nationaltrainer im ZDF wieder seine Bereitschaft, das Amt zu übernehmen, Beckenbauer ließ aber durchblicken, dass der neue Bundestrainer aus dem bekannten Kreis kommen wird: „Es ist schon einer von den Verdächtigen, eine Überraschung gibt es nicht“, sagte Beckenbauer der „Passauer Neuen Presse“. Dem hartnäckigen Werben von Matthäus erteilte er eine Absage: „Zum jetzigen Zeitpunkt kommt der Job und die alleinige Verantwortung für ihn zu früh.“ Beckenbauers Wunschkandidat war offenbar Christoph Daum. Er sei beim DFB aber nicht mehr vermittelbar. Das sei zwar „ein bisschen pharisäisch, aber du hast halt als Bundestrainer eine gewisse Vorbildfunktion. Deshalb geht das nicht.“

Beckenbauer stellt sich nun auf langwierige Verhandlungen ein. „Dass, wie immer gesagt wird, in den nächsten Tagen eine Entscheidung fällt, stimmt nicht.“ Es erscheint also möglich, dass beim ersten Länderspiel nach der Europameisterschaft, am 18. August gegen Österreich in Wien, ein Übergangstrainer auf der Bank sitzen könnte.

Unterdessen hält die Kritik an der Trainerfindung an. Oliver Kahn, Torhüter der Nationalmannschaft, sagte im ZDF: „Es ist schon ein wenig beängstigend, wer alles zum Bundestrainer gemacht werden soll.“ Der frühere Bundestrainer Jupp Derwall sagte im Kölner „Express“: „Es gibt im DFB viele gute Leute, die organisieren können. Aber von Fußball haben die keine Ahnung.“ Tsp

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