Sport : Beflügelnde Erblast

Wie Marko Stamm Spandaus Wasserballern hilft

Klaus Weise
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Foto: dpadpa

Berlin - Ein glanzvoller Sieg war es nicht. Aber das 8:4 gegen Vouliagmeni CN aus Griechenland hat Wasserball-Rekordmeister Spandau 04 gereicht, um nach dem 6:8 in Athen ins Viertelfinale der Len-Trophy einzuziehen. Wie 2007, als die Berliner im Viertelfinale nur mit einem Tor in der Addition beider Spiele am späteren Sieger Sturm Tschechow scheiterten. In dem Wettbewerb für die international zweite Garnitur, zu der die einstmals als viermaliger Meistercup-Gewinner glorreichen Spandauer gehören. Zum vierten Mal in Folge treten sie in der Len-Trophy an, den großen Coup haben sie noch nicht gelandet. Das wird auch 2010 schwer, denn im Viertelfinale sind Brescia, Savona (beide Italien), Oradea (Rumänien), Primorje (Kroatien), Marseille (Frankreich), FTC Budapest und Cattaro (Montenegro) mögliche Gegner.

Marko Stamm, nach vier Wochen Pause nach einem Trommelfellriss gegen Vouliagmeni erstmals wieder im Einsatz, schrecken die Namen nicht. Der 21-jährige Sohn von Bundestrainer, Wasserball-Legende und 04-Präsident Hagen Stamm verkündet selbstbewusst: „Wir sind alle motiviert und gut drauf. Wir haben uns Schritt für Schritt nach vorn gekämpft, aber wir können noch mehr. Wenn wir das umsetzen, dann sind wir in der Lage, die Len-Trophy zu gewinnen.“

Trotz seiner Jugend gilt Stamm bereits als Führungsspieler der Spandauer. Als er zuletzt ausfiel, sprach Manager Peter Röhle von einer klaren Schwächung des Teams. Mit seiner Rückkehr wurde er zum Hoffnungsträger. Gegen die Griechen erzielte er einen Treffer, arbeitete im Becken mit Einsatz und Leidenschaft. Von einem Hype um seine Person oder einem Privileg wegen der familiären Erblast will Röhle deshalb aber nichts wissen. „Der Junge ist einfach gut, mit den Aufgaben gewachsen“, sagt er. Schon mit 18 Jahren hat Stamm sein erstes Länderspiel bestritten, mittlerweile sind es 50. Er hat Olympia in Peking und die WM 2009 erlebt. Die Kritiker, die seine Nominierung beanstandeten, hat er längst widerlegt.

Stamm ist ehrgeizig – und er versteckt sich nicht. „Ich weiß, dass ich dem Team weiterhelfen kann, wenn ich fit bin. Und ich scheue mich nicht, im Verein und in der Auswahl Verantwortung zu übernehmen, weil ich etwas erreichen will“, sagt er. Ihm sei egal, mit wem er es im Becken zu tun bekommt. Wenn es helfe, „muss man eben irgendwas Verrücktes machen“. Er sei bereit, sich „für alle anderen den Arsch aufzureißen“. Auch deshalb ist er im Team anerkannt und so wichtig.

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