Sport : Begehren gegen Begehren München will Bürger für Olympia 2018 gewinnen

München - Mit einem Bürgerbegehren pro Olympia 2018 will die Münchener Bewerbungsgesellschaft die Initiative der Olympia-Gegner kontern. Laut Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sollen in Garmisch-Partenkirchen zeitnah Olympia-Befürworter für ein Bürgervotum sorgen. „Wir müssen was machen und agieren. Die Gegenseite will einfach erreichen, dass ein Damoklesschwert über der Bewerbung schwebt, und dagegen wollen wir was tun“, erklärte Ude am Dienstag. Die Bewerbungsgesellschaft geht in der Außendarstellung in die Offensive. Sie stellte auch den Plan vor, dass alle Nationalen Olympischen Komitees die modernen Trainingszentren unentgeltlich benutzen dürfen.

Die Olympia-Gegner hatten in der vergangenen Woche in Garmisch-Partenkirchen ein Bürgerbegehren gestartet, mit dem die bayerische Kandidatur für die Winterspiele 2018 zum Scheitern gebracht werden soll. Die Opposition will mit ihrer Aktion erreichen, dass ein offenes Verfahren über der IOC-Abstimmung am 6. Juli in Durban schwebt. Dies könnte die Münchner Chancen, nach den Sommerspielen 1972 als erste Stadt weltweit auch die Winterspiele ausrichten zu dürfen, entscheidend beeinflussen.

Nach dem Treffen mit den Olympia-Gegnern am Dienstagabend wird die elfköpfige Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Mittwoch die Sportstätten in Garmisch-Partenkirchen unter die Lupe nehmen. Dort gibt es einige Dutzend Bauern, die ihre Wiesen für die Winterspiele 2018 partout nicht hergeben wollen. Zwar hängt der Deutsche OlympischeSportbund (DOSB) den Widerstand zu Füßen der Zugspitze – dort sollen sämtliche Skiwettbewerbe ausgetragen werden – nicht allzu hoch.

Doch trübt die Weigerung der Landwirte das schöne Bild von den Winterspielen, die laut Umfragen von der großen Mehrheit gewollt ist. 63 Grundeigentümer vertritt der Münchner Rechtsanwalt Ludwig Seitz nach eigenen Angaben. Seine Mandanten seien nach wie vor nicht bereit, ihre Flächen für Olympia zur Verfügung zu stellen.

Bei den Grundeignern im sogenannten Kernbereich der Sportstätten handele es sich ausschließlich um Landwirte.  „Ich weiß nicht, worauf der Minister seine Zuversicht stützt“, sagte Anwalt Seitz zu den jüngsten Äußerungen des bayerischen Staatskanzleichefs Siegfried Schneider. Der CSU-Politiker hatte erst Anfang der Woche gesagt: „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung hinbekommen, um die benötigten Flächen nutzen zu können.“ dpa

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