Sport : Bei Schalke soll jetzt "knallhart" gearbeitet werden

Ab 3. Januar gibt es für die Profis von Schalke 04 keine Ausreden mehr. "Dann werden wir knallhart arbeiten. Vielleicht kommt damit auch das Glück wieder. Glück muss man sich erarbeiten", sagte Trainer Huub Stevens mit schneidender Stimme nach dem 0:1 (0:0) bei Hansa Rostock. Achtmal in Folge hat seine Mannschaft nun schon nicht mehr gewonnen, der letzte Sieg gegen Eintracht Frankfurt liegt fast zwei Monate zurück. Doch nicht nur der neuerliche Misserfolg allein, sondern auch der letzte Auftritt der Schalker vor der Winterpause erzürnte Stevens. "Es kann nicht sein, dass der Gegner beim Stand von 0:0 auf Konter spielt. Aber wir haben das angeboten", meinte der Niederländer in seiner Analyse. Stevens schob die Niederlage dabei nicht auf eine elfmeterwürdige Attacke von Rostocks Keeper Perry Bräutigam gegen Michael Goossens, die ungeahndet blieb.

Einen Schritt weiter als Stevens ging Andreas Müller. Der mittlerweile 37 Jahre alte Aushilfslibero sprach ungeschminkt aus, woran es dem Uefa-Cup-Sieger von 1997 mangelt: "Uns fehlen die Leidenschaft und der absolute Siegeswille. Wir spielen ohne Herz." Das zeigten die Rostocker, die nach ebenfalls sieben vergeblichen Anläufen unbedingt drei Punkte brauchten und denen dies durch das erste Bundesligator von Neuzugang Sven Benken in der 70. Minute auch gelang. Bewacher Niels Oude Kamphuis und der für Oliver Reck (Oberschenkelzerrung) bereits in der ersten Hälfte eingewechselte Torwart Mathias Schober machten dabei eine schlechte Figur.

"Ein unbeschreibliches Gefühl. Ich hoffe, dass jetzt der Knoten geplatzt ist", meinte der Torschütze überglücklich und grüßte seine Freundin auf der Tribüne. "Ich wollte ihr zeigen, dass ich sie ganz doll liebe", begründete der 29-jährige Verteidiger, der erst im Herbst von Werder Bremen an die Ostsee gewechselt war, seinen heftigen Gefühlausbruch nach dem Tor des Abends. Bei Werder war er kaum eingesetzt worden.

Benkens Jubel soll jedoch noch nicht der letzte des Jahres im Rostocker Ostseestadion gewesen sein. Hansa hofft am Mittwochabend im DFB-Pokal gegen den Liga-Kontrahenten VfB Stuttgart auf den Einzug ins Halbfinale. "Stuttgart ist eine sehr starke Mannschaft. Aber wir wollen unsere Chance nutzen", kündigte Trainer Andreas Zachhuber Revanche für das 1:3 gegen die Schwaben vor Wochenfrist an. Auch seine Spieler haben sich angesichts des erfüllten Bundesliga-Halbzeit-Solls von 20 Punkten gedanklich noch nicht in den Urlaub verabschiedet. "Natürlich wollen wir weiter kommen. Wenn wir so kämpfen wie gegen Schalke, brauchen wir uns auch gegen Stuttgart nicht zu verstecken", begründete Steffen Baumgart die wiedergewonnene Siegeszuversicht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben