Sport : Bei Werder steigen Etat und Ansprüche

Frank Hellmann

Bremen. Die Champions League bringt nicht nur Geld ein, sie kostet auch einiges. Etwa 125 000 Euro, um ein Stadion werbefrei zu gestalten. Damit hatte Werder Bremen bis vor dem heutigen Spiel gegen CF Valencia (20.45 Uhr/Premiere) wenig bis keine Erfahrung. Das Pflichtenheft verlangt, was bislang im Weserstadion undenkbar schien: Alle Beck’s-Biergläser werden ausgetauscht, das Logo, mit Bremen verbandelt wie keine andere Marke, verschwindet auf Schildern, Plakaten und auf Zapfhähnen. Als Gegenleistung gibt es gutes Geld von der Uefa: 3,7 Millionen Euro Antrittsprämie, 330 000 Euro pro Sieg und einen millionenschweren Batzen aus dem Marketingpool, wovon der Deutsche Meister unter den drei Bundesliga-Klubs allein die Hälfte einstreicht.

So ist Werder nun doch auch auf den Geschmack gekommen, allen voran Klaus Allofs. Der Manager ist bereit, auch gewisse finanzielle Risiken einzugehen. „Aber wenn wir zwei Jahre hintereinander den internationalen Wettbewerb verpassen, dann ist diese Mannschaft zu teuer“, sagt Allofs. In Miroslav Klose, Gustavo Nery, Frank Fahrenhorst, Petri Pasanen und Daniel Jensen investierte Werder gut sieben Millionen Euro Ablöse. Außerdem pokerte sich Ivan Klasnic auf 1,5 Millionen Euro Jahressalär hoch, Klose unterschrieb einen Vierjahresvertrag, der ihm mehr als zwei Millionen Euro pro Saison garantiert, Johan Micoud ist mit seiner Unterschrift unter einen Dreijahresvertrag zum „bestverdienenden Werder-Profi aller Zeiten“ (Vereinschef Jürgen L. Born) aufgestiegen und kann bis zu drei Millionen Euro pro anno einstreichen.

So steigen bei Werder Bremen nicht nur die Ansprüche, sondern auch Etat und der Personalkostenanteil. Bei „40 bis 43 Millionen Euro“ (Born) wird sich das Budget einpendeln, rund 23 Millionen gehen für die kickende Belegschaft drauf.

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