• Beim ersten Auftritt in seiner neuen Wahlheimat ist der Rekord-Nationalspieler ein Nobody

Sport : Beim ersten Auftritt in seiner neuen Wahlheimat ist der Rekord-Nationalspieler ein Nobody

Der Menschenauflauf war beängstigend, doch kaum jemand kannte den balljonglierenden Dressman, der die Zuschauer beim Foto-Shooting auf dem Times Square in seinen Bann zog. "Du bist mein bester Freund", meinte ein dunkelhäutiger Passant, trat aus der neugierigen Menge heraus, ging auf Lothar Matthäus zu und nahm ihn in die Arme, als wären beide dicke Kumpel. "Ich weiß aber nicht, wer das ist", sagte der selbst ernannte Freund und zog von dannen. "Ich bin Basketballer", rief Matthäus dem Unbekannten hinterher und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Der erste öffentliche Auftritt im Herzen seiner neuen Wahlheimat New York bereitete dem deutschen Rekord-Nationalspieler trotz seiner Sprachprobleme spürbar Freude. Daran änderte auch sein "Aussetzer" beim Jonglieren nichts, als ihm der Ball vom Fuß sprang und über zwei Kühlerhauben auf die dicht befahrene Straße hoppelte. "Ich bin mir sicher, dass es mir Spaß macht hier zu leben", betonte der anderswo als Star gefeierte Bayer, den es nicht stört, in den USA noch ein Nobody zu sein. Das soll sich vom 10. Februar an ändern. An jenem Tag wird der 38 Jahre alte Bayern-Libero zum ersten Training des einjährigen Gastspiels bei den New York/New Jersey MetroStars erwartet.

"Ich hoffe, dass ich mit meiner Erfahrung zur Verbesserung der Mannschaft beitragen kann", sagte Matthäus im Beisein seines dolmetschenden US-Managers Brian Eylert den über 200 Medienvertretern im überfüllten Presseraum des TV-Senders ESPN. In 32 Meisterschafts-Partien kamen die MetroStars nur zu sieben Siegen. Zwei Partien habe er sich von den MetroStars auf Video angeschaut, und "viel Potenzial entdeckt. Es sind junge Spieler da, die Talent besitzen", sagte Matthäus, der den Job in New York nicht als Spielertrainer verrichten wird. Er werde dem Verein helfen, einen guten Ersatz für Bora Milutinovic zu finden. Derweil finden sich die Bayern nur schwer mit dem Matthäus-Abschied ab und hoffen weiter auf dessen Verbleib bis Saisonende. Trainer Hitzfeld optimistisch: "Da tut sich etwas. Ich glaube nicht, dass wir chancenlos sind nach der Entlassung des Trainers in New York. Die Türen für Lothar sind bei uns geöffnet."

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