Sport : Beim Heilsbringer zwickt’s noch Die Füchse müssen weiter auf Mark Bult warten

Hartmut Moheit,Christian Hönicke

Berlin - Mark Bult hatte dem Dienstagabend entgegengefiebert. „Ich freue mich, der Mannschaft endlich auch aktiv helfen zu können“, sagte der Handballspieler. Elf Wochen hat der Niederländer nach einer Kapselverletzung im Knie mit anschließender Operation darauf warten müssen, wieder für den Kader eines Spiels der Füchse Berlin nominiert zu werden. Die Hilfe des 25-Jährigen im Pokalspiel bei der HSG Düsseldorf beschränkte sich jedoch auf die Anfangsphase. „Er hat eine Viertelstunde gespielt, dann ging es nicht mehr“, sagte Manager Bob Hanning und nannte auch den Grund: „Das Knie tut noch weh.“ So verließ Bult das Parkett wieder und die Füchse schieden nach einem „emotionslosen Auftritt“ (Hanning) in der dritten Pokalrunde mit 27:32 (13:13) beim Zweitligisten aus.

Dass Bult schon zum Einsatz gekommen war, obwohl es beim Sprungwurf im linken Knie noch bedenklich zwickt und er das Bein erst „mit etwa sechzig Prozent belasten“ kann, zeigt auch, wie sehr der Berliner Bundesligist eine Rückkehr des Linkshänders ersehnt. „Mark Bult kann uns immer helfen“, sagt Trainer Jörn-Uwe Lommel.

Obwohl er in dieser Saison nicht eine Minute in der Bundesliga spielen konnte, obwohl er in den knapp vier Monaten seit seinem Wechsel aus Nordhorn von Berlin kaum mehr gesehen hat als Sporthallen und ein wenig von seinem Kiez in Charlottenburg, war Bults Name bei den Füchsen in aller Munde. Nach kurzer Zeit hatte er den Status eines Heilsbringers erreicht. Ein Standardsatz in dieser Zeit, ob von Lommel oder Hanning ausgesprochen, lautete: „Ohne Bult sind wir zu leicht ausrechenbar, die Entlastung von halbrechts im Angriff fehlt.“ Nach jeder der acht Niederlagen wurde sein Fehlen beklagt und Bult als der Hoffnungsträger für bessere Zeiten apostrophiert.

„Es ist doch schön, wenn mein Wert so eingeschätzt wird“, sagt der Gelobte. Bult hat in den Wochen des Wartens registriert, dass die Versuche, eine Notlösung auf seiner Position zu finden, nicht erfolgreich waren. „Einen besonderen Druck spüre ich deshalb jetzt aber nicht.“ Der mit 1,99 Meter sehr große Handballer gibt sich selbst „zwei bis drei Spiele Zeit, um den Rhythmus wieder zu finden“. Was bleibt nach so einer schweren Verletzung, ist die Hemmschwelle, die zu überwinden ist. „Wenn ich trainiere, habe ich eigentlich keine Angst vor einer falschen Bewegung, dafür bin ich viel zu sehr bei der Sache“, sagt Bult. Wenn er dann doch einmal zu weit gehe, dann melde sich das Bein schon. Wie gestern in Düsseldorf.

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