Sport : Beinahe fehlerfrei

Andreas Birnbacher siegt beim Weltcup in Antholz.

Starke Form. Andreas Birnbacher feierte in Antholz seinen dritten Saisonsieg. Foto: AFP
Starke Form. Andreas Birnbacher feierte in Antholz seinen dritten Saisonsieg. Foto: AFPFoto: AFP

Antholz - Andreas Birnbacher ist in der Form seines Lebens. In einem faszinierenden Endspurt lief der 30-Jährige Biathlet nach 15 Kräfteraubenden Kilometern im Massenstart der Konkurrenz davon und sicherte sich am Samstag in Antholz seinen dritten Saisonsieg. Die deutschen Biathletinnen mit Magdalena Neuner mussten sich unterdessen nach zwei Strafrunden und zwölf Nachladern beim Erfolg der Französinnen mit Rang sechs zufriedengeben und fahren ohne Podestplatz zur Heim-WM nach Ruhpolding.

Birnbacher sorgte für den Höhepunkt aus deutscher Sicht. Der Schlechinger lieferte sich mit dem zweitplatzierten Russen Anton Schipulin und Martin Fourcade aus Frankreich einen unglaublichen Kampf Mann gegen Mann. Von der Spitze weg ging Birnbacher auf die Zielgerade und ballte nach seinem grandiosen Finale die Siegerfaust. „Das ist der Hammer, unglaublich auch wenn ich die letzten Schüsse ins Ziel gewackelt habe“, jubelte er. Läuferisch ist er so gut wie noch nie in Form, am Schießstand leistete er sich nur einen Fehler. In der Höhe von 1 600 Metern setzte er auf der Schlussrunde immer wieder Attacken und diktierte das Tempo. „Ich wusste, dass es im Sprint entschieden wird“, erzählte Birnbacher, der am Ende 0,1 Sekunden Vorsprung auf Schipulin hatte und 0,3 Sekunden auf Fourcade.

Fehlendes Glück am Schießstand brachte dagegen für das neu formierte Quartett Franziska Hildebrand, Neuner, Miriam Gössner und Tina Bachmann nur Platz sechs und kostete den vier den durchaus möglichen Sieg. Den holten sich die Französinnen vor Weißrussland und Olympiasieger Russland. War es in Oberhof noch Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner, die als Schlussläuferin vier Strafrunden drehen musste, hatte 48 Tage vor dem WM-Rennen die erstmals auf Position vier eingesetzte Tina Bachmann großes Pech. „Ich hatte einen kalten Finger, dadurch habe ich nicht richtig repetiert, dann habe ich die Nähmaschine bekommen. Und je länger man steht, desto schlimmer wird es, dann zittern die Beine umso mehr und man bekommt sie nicht mehr unter Kontrolle“, sagte sie traurig. Die Sächsin, Vize-Weltmeisterin im Einzel, hatte am Ende 1:11,8 Minuten Rückstand und musste genau wie Neuner in die Strafrunde.

Besonders über die beiden Strafrunden ärgerte sich Bundestrainer Gerald Hönig: „Das darf nicht sein. Wenn wir mit einer deutschen Staffel an den Start gehen, wollen wir um das Podium kämpfen.“ Bereits in den vorherigen beiden Staffeln war das DSV-Team leer ausgegangen.dpa

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