Sport : Bekannt aus der Jugend

Die Beziehung von Alba zum neuen Coach Pavicevic

Helen Ruwald

Berlin - Sie kennen sich seit mehr als 20 Jahren, Henning Harnisch, Henrik Rödl und Luka Pavicevic. Der Teammanager, der ehemalige und der neue Basketballtrainer von Alba Berlin standen sich schon im Alter von 15, 16 Jahren in Jugendländerspielen zwischen Deutschland und dem damaligen Jugoslawien gegenüber. Über Jahre hinweg trafen sie sich immer wieder. „Der Jahrgang 1968/69 war auf beiden Seiten ein ganz besonderer“, sagt Henning Harnisch. Das verdeutlichen auch die Ergebnisse bei der Junioren-EM 1986 und der -WM 1987. Jugoslawien gewann mit Pavicevic und Trainer Svetislav Pesic beide Titel, das deutsche Team beendete mit Henning Harnisch und Henrik Rödl beide Turniere auf dem vierten Platz. Nach der WM 1987 kam Svetislav Pesic nach Deutschland und wurde Bundestrainer. Im selben Jahr berief er den 18 Jahre alten Offenbacher Drittligaspieler Henrik Rödl ins A-Team. Ab 1993 standen Rödl wie Pesic bei Alba unter Vertrag, während Harnisch noch für Bayer Leverkusen antrat. Mehrfach traf er in Europapokalspielen auf Luka Pavicevic, der mit Split 1989 bis 1991 dreimal in Folge die Europaliga gewann. Künftig werden sie beide daran arbeiten, dass Alba Berlin nach dem Aus im Play-off-Viertelfinale wieder Meister wird und in die Europaliga zurückkehrt. Ob Rödl der Dritte im Bunde sein wird und in anderer Funktion bei Alba bleibt, ist noch offen.

„Einerseits steht Pavicevic für die jugoslawische Basketballschule. Das Spiel ist strukturiert, es soll alles kontrollierbar sein“, sagt Harnisch. Andererseits sei Pavicevic aber offen für Neues. Er sei nicht darauf fixiert, nun vor allem Spieler aus seiner Heimat Serbien oder Kroatien zu Alba zu holen, die die zahlreichen Amerikaner ablösen sollen. Nach dem verletzungsbedingten Karriereende des Kroaten Matej Mamic und dem Weggang des Serben Jovo Stanojevic lief zuletzt mit dessen Landsmann Nenad Canak nur noch ein Spieler aus dem früheren Jugoslawien für Alba auf. Demgegenüber standen sechs US-Amerikaner und ein in den USA ausgebildeter Profi. Koko Archibong und Julius Jenkins stehen noch unter Vertrag, Chris Owens hat eine Option zu bleiben. Die Verträge von William Avery, Kirk Penney, Sharrod Ford und Ruben Boumtje-Boumtje sind ausgelaufen, ihre Zukunft ist noch nicht geklärt.

„Pavicevic wählt nicht nach Nationalität aus, die Spieler sollen einfach ins Profil passen“, sagt Harnisch. Als Trainer in Vrsac holte Pavicevic trotz harter Kritik erstmals einen Amerikaner ins Team der Serben – und wurde spätestens nach dem Einzug ins Uleb-Cup-Halbfinale gefeiert. Bei seinem letzten Verein Panionios Athen „waren die zwei stärksten Spieler US-Amerikaner“, sagt Harnisch.

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