Sport : Belohnung in der Nachspielzeit Hertha trifft noch zum 1:1 bei der TSG Hoffenheim

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Abschiedsjubel.
Abschiedsjubel.Foto: REUTERS

Nach dem Schlusspfiff stürmte Markus Babbel auf den Rasen und umarmte so ziemlich jeden Spieler. Unmittelbar nach dem Ausgleich von Roman Hubnik zum verdienten 1:1 (0:1) in der Nachspielzeit nach Ronnys Freistoßflanke hatte Babbel seinen Assistenten Rainer Widmayer beglückwünscht und umgekehrt. Michael Preetz spielte bei der Gratulationstour des Hertha-Trainers keine Rolle. „Ich bin stolz auf diese Mannschaft“, sagte Babbel später. „Sensationell, was sie geleistet hat.“ Die Mannschaft habe die Unruhe im Umfeld sehr gut weggesteckt und eine Reaktion gezeigt.

Was Babbels Lobeshymnen ausgelöst haben mag, war die Tatsache, dass sich Hertha trotz eines Rückstandes nach dem 0:1 durch Sejad Salihovics Tor aus der 21. Minute nicht aufgab, obwohl dies nicht abwegig erschien. Hertha musste nach einer halben Stunde den Platzverweis für Raffael verkraften, der sich gegen Salihovic mit einem Faustschlag auf den Oberkörper zur Wehr setzte. Salihovic, der sich auf dem Boden wälzte und einen Kopftreffer markierte, bekam Gelb. Nach einer schwachen ersten Hälfte – als die Berliner durch Adrian Ramos und Christian Lell nur zu zwei Torchancen kamen – steigerte sich Hertha nach der Pause.

Allerdings wurde dies auch begünstigt durch immer kopfloser werdende Hoffenheimer, die mit ihrer Überzahl nichts anzufangen wussten. „Wir haben um ein Gegentor gebettelt“, sagte der sichtlich geknickte Hoffenheimer Trainer Holger Stanislawski. „Der Grund dafür ist, dass wir zu dämlich sind.“ Seine Spieler versäumten es, gegen die engagierten Berliner ihren Vorsprung auszubauen. Vedad Ibisevic hätte zehn Minuten vor dem Ende das 2:0 erzielen müssen, der Bosnier scheiterte aber am überragend reagierenden Hertha-Torwart Thomas Kraft. Kurz vorher hatte der eingewechselte Ronny einen Weitschuss an den Pfosten geknallt, die Berliner hätten hier bereits ausgleichen können. Zu diesem Zeitpunkt waren auch die Hoffenheimer nur noch zu zehnt: In der 63. Minute hatte Isaac Vorsah bei einem Konter der Berliner Adrian Ramos an der Hoffenheimer Strafraumgrenze umgerempelt, Schiedsrichter Peter Sippel sah darin eine Notbremse, er zeigte dem Ghanaer die Rote Karte.

In der Schlussminute leitete Ronny dann den nicht unverdienten Ausgleich ein: Seine Flanke landete bei Hubnik, dem in Kaiserslautern noch ein Eigentor unterlaufen war. Der Innenverteidiger spitzelte den Ball mit dem Außenrist an Hoffenheims Torwart Tom Starke vorbei über die Linie. „Wir haben hier nie aufgegeben“, sagte Herthas Kapitän Christian Lell. „Wir haben uns belohnt.“ Das Spiel habe gezeigt, dass die Mannschaft zum Trainer stehe.

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