Sport : Bemüht gelassen

Hertha BSC spielt die Bedeutung des Pokalduells bei Eintracht Braunschweig herunter

Mathias Klappenbach

Berlin - Elfmeterschießen hat Falko Götz ausdrücklich nicht trainieren lassen. „Diesen Druck kann man nicht üben“, sagt der Trainer von Hertha BSC. Und vor dem heutigen Spiel bei Eintracht Braunschweig in der zweiten Runde des DFB-Pokals (19 Uhr) mag bei Hertha keiner daran denken, dass es – wie den bisherigen fünf Spielen in der Bundesliga – auch in diesem Spiel nach Ablauf der Spielzeit unentschieden stehen könnte. „Wir sind der Bundesligist. Die heiße Atmosphäre in Braunschweig kann uns nicht schocken. Die sind aggressiv, wir aber auch“, sagt Falko Götz.

Braunschweig müsse man sehr ernst nehmen, sagt Manager Dieter Hoeneß über den Dritten der Regionalliga Nord. „Ich würde sie von ihrer Leistungsstärke her als Zweitligisten bezeichnen.“ Trainer und Manager sind sich aber darin einig, dass die Mannschaft, wenn sie mit der richtigen Einstellung auf den Platz geht, diesen als Sieger verlassen wird. Davon, dass das Spiel bei einem positiven Ausgang einen Schub für die Bundesliga bringen könnte, wollen sie aber nichts wissen. „Das wird man dann sehen“, sagt Falko Götz trocken.

In der vergangenen Saison kam dem Pokalspiel in der zweiten Runde eine ganz besondere Bdeutung zu. Hertha spielte bei Hansa Rostock. Nach der „ultimativen Vereinbarung“ mit dem damaligen Trainer Huub Stevens ging es um dessen Job. Hertha, das drei Tage zuvor in Rostock das erste Bundesligaspiel der Saison gewonnen hatte, siegte im Elfmeterschießen.

In diesem Jahr will Hoeneß später Bilanz ziehen. „Wir müssen Vertrauen und Geduld haben. Bei uns wächst etwas, das hat nichts mit rosaroter Sichtweise zu tun. Erst nach der Halbserie weiß man, wo es hingeht.“ Dass der Manager dem Pokalwettbewerb keine große Bedeutung beimessen will, hat seinen Grund vielleicht in der jüngeren Geschichte von Hertha. Seit dem Wiederaufstieg 1997 in die Bundesliga war der größte Erfolg im DFB-Pokal das Erreichen des Viertelfinales in der Saison 2001/2002, als die Berliner im Olympiastadion 1:2 nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln ausschieden. In den anderen Jahren war immer schon früher Schluss.

Auch in dieser Saison gelang in der ersten Runde nur ein mühsames 1:0 gegen den Bayernligisten TSV Aindling. In der ersten Runde kam der in der Bundesliga für neun Spiele gesperrte Marko Rehmer bei den Amateuren gegen Schalke zum Einsatz, diesmal ist er in Braunschweig bei den Profis dabei. Er habe hart gearbeitet und sei heiß auf das Spiel. „Ich habe keine Bedenken, dass er bei einem Einsatz seine Leistung bringen wird“, sagt Falko Götz.

Dieter Hoeneß würde sich vor allem deshalb über einen Sieg freuen, weil „wir uns dann wieder mit anderen Dingen beschäftigen können.“ Der Manager selbst hat, als er noch für den FC Bayern stürmte, 1984 in einem Spiel gegen Braunschweig fünf Tore innerhalb von 21 Minuten erzielt, alle aus sehr kurzer Distanz. Bayern siegte 6:0, und Alexander Ristic, der damals Trainer in Braunschweig war, sagte: „Wäre der Platz heute zwei Meter kürzer gewesen, hätten wir nur 0:1 verloren.“ Ein Ergebnis, mit dem Dieter Hoeneß heute Abend sicher gut leben könnte.

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